Manche mögen’s kalt

Huskys brauchen Kälte: Training kann in diesem Jahr früh beginnen

Je kälter, desto besser: Huskys brauchen frostige Temperaturen, um zur Höchstform aufzulaufen. Wegen der niedrigen Temperaturen bereits Anfang Dezember konnte Isabel Maletzke bereits große Touren mit ihrem Hundegespann absolvieren. Fotos:  nh

Oberdünzebach. Manche mögen’s kalt. Während den meisten Zweibeinern der frühe Frost in diesem Winter arg in die Knochen gefahren ist, begann damit für die 13 Huskys von Isabel Maletzke die aufregendste Zeit des Jahres.

Für die Schlittenhunde, die ursprünglich aus Ostsibirien stammen, bedeutet das den Start der Trainingssaison.

Dreimal wöchentlich spannen Isabel Maletzke und ihr Mann Jörg aus Oberdünzebach die Hunde ein und begeben sich auf Trainingstour, meist durch den Schlierbachswald. „Mit jeder Woche und jedem Grad mehr Kälte werden die Strecken länger“, sagt sie. Weil Schnee in der Region eher Seltenheitswert hat, ist das Paar mit je einem HundeSechsergespann mit Trainingswagen unterwegs.

Touren bis zu 40 Kilometern

„Durch die Kälte im November konnten wir jetzt schon Strecken bis 20 Kilometer mit den Hunden absolvieren“, sagt Isabel Maletzke. Das Ziel sind 40 Kilometer. Für die kommende Saison hat sie mit ihren Huskys große Pläne: Schlittenhunde-Trainingslager in Bayern und Tirol und mehrere Schlittenhunderennen, darunter im Adlergebirge in Tschechien. Doch Höhepunkt des kommenden Winters soll eine mehrwöchige Reise ins schwedische Lappland werden – mit allen Hunden und Schlitten.

Der Musher führt und lenkt

Kraft, Ausdauer und Konzentration: Eine Trainingstour führte Isabel und Jörg Maletzke am Fuß des Schlierbachswaldes entlang. Jedes Gespann hat sechs Hunde, je zwei Leithunde, zwei Swingdogs und zwei Wheeldogs.

Die ehemalige Bundespolizistin ist als sogenannter „Musher“ ausgebildet – der Begriff für den Führer beziehungsweise Lenker eines Hundeschlittengespanns. Der Begriff kommt von Marschieren. „Wenn die Geografie oder Schneeverhältnisse es nicht hergeben, steht der Musher nicht auf dem Schlitten, sondern marschiert neben dem Gespann“, erklärt Isabel Maletzke. Über ihre Musher-Ausbildung ist sie auch ausgebildete Hundetrainerin.

Isabels Maletzkes Leidenschaft für Huskys ist gewachsen. Zunächst hatte sie einen Laufpartner zum Joggen gesucht – ihre erste Husky-Hündin Leica – dann kam ein Hund zum anderen. Heute züchtet sie Huskys selbst, ihr Rudel besteht aus eigener Zucht und Hunden aus dem Tierheim. „An Huskys fasziniert mich deren bedingungslose Menschenliebe“, sagt sie. „Für diese Hunde gibt es nichts Schöneres.“

Isabel Maletzke betreibt nicht nur Schlittenhundesport, sondern bietet auch Gästefahrten mit ihren Huskys und Erlebnistage an.

Von Stefanie Salzmann

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