Bundestagswahl

Manfred Lister will von der guten Stimmung der FDP profitieren

Schätzt die Entspannung in seinem Garten: Manfred Lister bleibt wenig Zeit für Hobbys. Zu Hause auf der Terrasse, die Eschweger Leuchtberge im Blick, kommt er aber zur Ruhe. Foto: Stück

Eschwege. Manfred Lister (FDP) ist erst seit zwölf Jahren politisch aktiv. Trotzdem bestreitet er schon seinen zweiten Bundestagswahlkampf. 

Für Hobbys ist in Manfred Listers Leben wenig Platz. Gerne sitzt er im Sommer auf seiner Terrasse und blickt in seinen gepflegten Garten. „Das ist aber nicht mein Verdienst“, gibt er zu. Seine Frau sei für die Grünanlage verantwortlich. Sie habe „zehn grüne Daumen“, sagt er. Er selbst sei mehr für das Grobe zuständig. „Rasenmähen, Heckeschneiden und so was mache ich.“

Manfred Lister geht mit einer gewissen Gelassenheit in den Wahlkampf. „Es ist immerhin schon mein zweieinhalbter“, sagt er. 2009 war er parteiintern noch gegen den heutigen Bad Hersfelder Bürgermeister Thomas Fehling unterlegen. 2013 war er dann Direktkandidat seiner Partei. Das Ergebnis war ernüchternd. Lediglich zwei Prozent der Erststimmen fielen auf ihn. Und auch für dieses Jahr rechnet er sich keine großen Chancen auf einen Sitz im Bundestag aus: weder über ein Direktmandat, noch über die Landesliste. „Da muss man realistisch sein“, sagt Lister, der einen besseren Listenplatz in Hessen aber nur um zwei Stimmen verfehlt hat. „Der Wahlkreis 169 ist riesig, da fällt es schwer, sich bekannt zu machen.“

Dabei hat Lister die besten Voraussetzungen. Er lebt in Eschwege und arbeitet in Bad Hersfeld. In beiden Kreisstädten ist er also präsent. Viel Zeit bleibt ihm aber an beiden Standorten nicht. Die Liste an ehrenamtlichen Aufgaben innerhalb der Partei ist lang. Seit 34 Jahren ist er Mitglied in der FDP. „Weil mein Vater es so wollte.“ Lange Zeit war er unpolitisch. So, wie er es heute bei anderen nicht leiden kann. Vor zwölf Jahren fand ein Umdenkprozess statt. Er hatte Angst vor einer allgemeinen Politikverdrossenheit. Lister begann, die sachliche Auseinandersetzung zu schätzen und engagierte sich. In dieser kurzen Zeit hat er viel erlebt. Er übernahm den Ortsverband Eschwege, engagierte sich im Kreisverband und zog in den Landesvorstand der FDP ein. Und dreimal wollte er eben in den Bundestag.

Dass er dabei immer von der bundesweiten Stimmung abhängig ist, ist ihm bewusst. „2013 musste ich die Fehler, die die Partei in Berlin gemacht hat, ausbaden.“ In diesem Jahr soll alles besser werden. Auch, weil die FDP wieder einen charismatischen Spitzenkandidaten hat. „Christian Lindner ist das Zugpferd der Partei“, findet Lister. Wegen ihm sei die Stimmung in der FDP gut, das werde sich auf das Wahlergebnis niederschlagen. „Wir ziehen wieder in den Bundestag ein.“

So abhängig der FDP-Kandidat von der Stimmung der Bundespartei ist, so nah orientiert er sich auch an den Wahlkampfthemen. Kita-Ausbau, mehr Bildungsausgaben, eine marktwirtschaftliche Energiepolitik, Altersvorsorge und eine Vereinfachung des Steuerrechts gehören zu den Themen der FDP.

Ob Manfred Lister in vier Jahren zum dreieinhalbten Mal in den Bundestagswahlkampf zieht, weiß er noch nicht. Dann wäre er fast 61 – und eigentlich auch Zeit bei einem Hobby zu entspannen. 

Zur Person

Manfred Lister (56) ist in Kassel geboren, hat aber sein gesamtes Leben in Eschwege verbracht. In Bad Hersfeld ist er kaufmännischer Leiter einer mittelständischen Gebäudereinigungsfirma. Seit zwölf Jahren engagiert er sich politisch. Für die FDP sitzt er in der Eschweger Stadtverordnetenversammlung, ist Ortsvorsitzender in Eschwege, Vorstandsmitglied im Kreisverband Werra-Meißner und Beisitzer im Landesvorstand der FDP. Lister ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder (21 und 24). (ts)

Zehn kurze Fragen

1. Jeans oder Stoffhose? Beides.
2. Meer oder Berge? Berge.
3. Facebook oder Twitter? Facebook.
4. Bier oder Wein? Beides.
5. Fußball oder Formel 1? Fußball!
6. Hotel oder Zelt? Ferienwohnung.
7. Mercedes oder BMW? Audi.
8. Rock oder Pop? Beides.
9. Ahle Wurscht oder Weckewerk? Ahle Wurscht. 
10. Aufzug oder Treppe? Zu oft Aufzug.

Seine Ziele für die Region

• Verlagerung von Verwaltung in den ländlichen Raum.
• Verbesserte Bahnverbindungen aus der Region in die Ballungszentren.
• Flächendeckend digitale Infrastruktur.
• Sicherstellung der ganztägigen Besetzung aller Polizeistationen.
• flächendeckende ärztliche Versorgung in ländlichen Gebieten.
• Erhalt von mittelständischen land- und forstwirtschaftlichen Betrieben. www.fdp.de/DenkenWirNeu

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