28-Jähriger als Wiederholungstäter bekannt

Mann fährt Ex um und bekommt Bewährung

Eschwege. Ein 28-jähriger Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis hat seine Exfreundin angefahren und gut 80 Meter weit auf der Motorhaube mitgenommen. Er wurde zu einer Freiheitsstrafe verurteilt, die zur Bewährung ausgesetzt wird. 

Aus Angst vor einer Gefängnisstrafe hat ein 28-Jähriger aus dem südlichen Werra-Meißner-Kreis vor Gericht zunächst bestritten, dass er seine Exfreundin körperlich schwer verletzt haben soll. Nach deren detaillierter Aussage allerdings gestand er die ihm vorgeworfenen Taten doch. Verurteilt worden ist er deshalb zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten, die zu einer vierjährigen Bewährung ausgesetzt wird.

Es war der Sommer vor zwei Jahren, als der heute 28-Jährige seiner Exfreundin vor deren Wohnung aufgelauert, sie gewürgt und aus dem Auto gezerrt hat. Als die heute 27-Jährige daraufhin die Polizei rufen wollte, nahm er ihr das Handy weg, was sie sich wiederholen kommen sollte, als sich der junge Mann in sein Auto gesetzt hatte – mit dem er allerdings losfuhr, als die junge Frau davor langging. „Ich fiel daraufhin auf die Motorhaube und hielt mich mit beiden Händen fest, weil er einfach weiterfuhr“, erinnert sie sich an den Vorfall. Erst, als ihr Exfreund bremste, fiel sie herunter, wobei sie sich mehrere Hämatome an Armen und Beinen zuzog.

Der junge Mann bestritt zu Beginn der Verhandlung zunächst, dass er überhaupt vor Ort gewesen sei. Ebenso dementierte er, dass er seine Exfreundin bei einer Kirmes wenige Wochen später nach einer zuvor ausgesprochenen Morddrohung von hinten angesprungen und umklammert haben soll, „sodass ich keinen Kontakt mehr zum Boden hatte“, wie die junge Frau vor Gericht schilderte. Nach deren Aussage überlegte es sich der Angeklagte aber anders: Aus Angst vor einer Gefängnisstrafe habe er gelogen – auch, weil er zum Tatzeitpunkt bereits unter einer zweimal verlängerten Bewährungsstrafe stand. Die resultierte daraus, dass er 2012 bereits schon einmal verurteilt worden war, weil er einen Menschen angefahren und auf der Motorhaube mitgenommen hatte.

Der 28-Jährige stand am Dienstag nicht nur wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung, des gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr und der Bedrohung vor dem Eschweger Amtsgericht, sondern auch wegen des Verdachts des Sozialleistungsbetrugs. Diesen räumte der Mann gleich zu Beginn der Verhandlung ein: Einen knappen Monat habe er Arbeitslosengeld bezogen, obwohl er sich wieder in einem festen Anstellungsverhältnis befand. Knapp 239 Euro habe er sich so erschlichen, lautete der Vorwurf der Staatsanwaltschaft – Geld, das der junge Mann aus dem Kreis bereits in monatlichen Raten an die Agentur für Arbeit zurückzahlt.

Rubriklistenbild: © dpa-tmn

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