Richter setzt Freiheitsstrafe zur Bewährung aus - 250 Stunden gemeinnützige Arbeit

Mann gesteht Drogenhandel

Eschwege. Eine Freiheitsstrafe von zwei Jahren und 250 Arbeitsstunden in einer sozialen Einrichtung, so lautete das Urteil von Richter Dr. Alexander Wachter gestern Morgen vor dem Amtsgericht in Eschwege. Die Freiheitsstrafe wurde zur Bewährung ausgesetzt, außerdem bekommt der Angeklagte Unterstützung durch einen Bewährungshelfer und muss seine ambulante Drogentherapie fortsetzen.

Dem 29-Jährigen aus dem Werra-Meißner-Kreis war vorgeworfen worden von 2007 bis 2011 gewerbsmäßig mit Betäubungsmitteln in nicht geringen Mengen gehandelt zu haben. 2007 hatte der Angeklagte insgesamt 2,8 Kilogramm Haschisch erworben und die Drogen gewinnbringend weiterverkauft. Drei Jahre später soll er dann seinem damaligen Lieferanten selbst Marihuana verkauft haben, möglicherweise um so seinen Lebensunterhalt zu finanzieren. Eine Ausbildung als Bäcker hatte der Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis im dritten Lehrjahr abgebrochen. Seitdem lebt er von Hartz-IV.

Ein Zeuge beschrieb den Angeklagten als Familienmenschen, der oft mit seinem Bruder und seiner Schwester zusammengewesen sei. Auch habe er mit dem Geld aus den Drogenverkäufen seinen Neffen unterstützen wollen. Zum ersten Mal in Kontakt mit Drogen kam der 29-Jährige im Alter von 20 Jahren. Seitdem habe er mehrere Joints täglich geraucht und gelegentlich auch andere Drogen konsumiert.

Einen Wandel seines Lebensstils trat erst ein, nachdem die Polizei seine Wohnung nach Drogen durchsucht hatte. Dabei wurden insgesamt 70 Gramm Marihuana im Wohnzimmerschrank und im Helmfach seines Motorrollers sichergestellt.

Dass er im Anschluss eine ambulante Drogentherapie begonnen hat und betonte seitdem nichts mehr zu konsumieren, kam dem Angeklagten bei der Urteilsverkündung zugute. Ebenso ließen die Einnahmen der Drogenverkäufe nicht darauf schließen, dass der Angeklagte damit großen Gewinn machen wollte. Ein Zeuge bestätigte seine bodenständige Lebensweise.

Von Kathrin Meyer

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