55-Jähriger zu zweieinhalb Jahren Haft verurteilt

Mann schlägt und nötigt Expartnerin

Eschwege. Zu einer Freiheitsstrafe von zwei Jahren und sechs Monaten wegen Vergewaltigung und Körperverletzung ist ein 55-jähriger Mann aus dem Werra-Meißner-Kreis am Dienstag vor dem Amtsgericht Eschwege verurteilt worden. Der Mann, der inzwischen in Köln lebt, soll seine ehemalige Lebensgefährtin zum Oralverkehr genötigt und durch Schläge und Haarausreißen verletzt haben.

Laut Staatsanwalt Ruhnau rettete den Mann nur sein Geständnis in buchstäblich letzter Minute vor einer längeren Freiheitsstrafe. Denn erst am Ende der Beweisaufnahme, gab der Angeklagte, der zuvor alle Vorwürfe bestritten hatte, zu: „Ich war gefühllos“, bevor er sich gezielt an sein Opfer wandte und sich für die Tat entschuldigte. An den genauen Vorgang könne er sich aber wegen des der Tat vorausgegangenen Alkoholkonsums nicht mehr erinnern.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass das Paar, das sich nach zehnjähriger Beziehung im August 2012 endgültig getrennt hatte, noch im September einen gemeinsamen Abend in Sontra verbracht hatte. Im Verlauf des Abends habe der Mann dann von seiner ehemaligen Partnerin Oralsex gefordert, was diese aber ablehnte. Durch mehrere Ohrfeigen nötigte er die Frau aber dennoch zum Vollzug, woraufhin diese kräftig zubiss. Aufgrund der Schmerzen ließ der 55-Jährige von seinem ursprünglichen Vorhaben ab und schlug stattdessen auf die Frau ein. Büschelweise habe er ihr zudem das Haar ausgerissen. Als die Frau aufgrund der Verletzungen das Bewusstsein verlor, ließ der Angeklagte von ihr ab und ging zu Bett.

Wohl vor allem aus Scham war die Frau nicht direkt zur Polizei gegangen. Erst als sie ihren Kindern von dem Vorfall erzählte, konnten diese sie überzeugen, ihren Expartner anzuzeigen. Auch vor Gericht kamen in ihrer Aussage die Details erst auf Nachfrage ans Licht. Unter Tränen schildert sie den Vorfall.

In seinem Plädoyer sagte Staatsanwalt Ruhnau, dass er auch ohne das Geständnis keinerlei Zweifel an der Aussage der Frau gehabt habe. „Ein Komplott gegen den Angeklagten ist einfach absolut abwegig“, sagte er. Das Gericht unter Vorsitz von Dr. Alexander Wachter folgte mit seinem Urteil dem Antrag der Staatsanwaltschaft und verurteilte den Mann.

Von Lasse Deppe

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