Marktlinde erholt sich gut

Pflegekonzept für Baum greift – Jagdverein Hubertus hilft mit

Ein Baum ist abgebildet.
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Wieder frisch und grün: Die mächtige Linde vor der Eschweger Marktkirche hat sich in den letzten Monaten gut erholt, nachdem sie ernste Stress-Symptome gezeigt hatte.

Die alte Linde vor der Eschweger Marktkirche mit ihrer mächtigen, vierstämmigen Krone ist gut durch den Sommer gekommen.

Eschwege – Mit etwas verjüngter Krone steht sie auch jetzt, Anfang Oktober, noch gut im Saft und ist dicht und grün belaubt. Das freut nicht nur Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost, denn immerhin ist die Linde eines der bekanntesten Bäume im Stadtgebiet Eschweges. „Die Linde gestaltet den Platz, ist Lebensraum für viele Vögel, Menschen treffen sich auf der Bank unter dem Baum und wir feiern Gottesdienste hier – er ist ein Lebenszeichen mitten in der Stadt.“ Nach Jahren der Trockenheit hatte der Baum deutliche Stresssymptome gezeigt, die auch trotz engagierten Gießens durch Anwohner, Kirchengemeinde und Bauhof nicht mehr so ohne Weiteres zu beseitigen waren.

Die Eschweger Stadtkirchengemeinde und der Werra-Meißner-Kreis hatten deshalb ein langfristiges Pflegekonzept für den als Naturdenkmal geschützten Baum auf der Grundlage von Empfehlungen eines Baumsachverständigen erstellt.

„Der Erhalt und die Pflege des Baumes sind leider sehr teuer. Daher haben wir zu Spenden für den Erhalt der imposanten Linde aufgerufen“, sagte die Pfarrerin. „Zahlreiche Spenden von Gemeindemitgliedern und Eschweger Bürgern sind bereits eingegangen und werden für die Planung und Installation eines langfristigen Bewässerungskonzepts verwendet.“ Aber auch für Bodenverbesserung und die Verbesserung der Nährstoffzufuhr seien weitere, erhebliche Kosten angefallen. „Umso mehr freuen wir uns, dass diese Kosten jetzt durch die Spende des Jagdvereins gedeckt werden können.“

„Als Jagdverein, der fast 800 Jägerinnen und Jäger im Kreisgebiet vertritt, fühlen wir uns dem Schutz und der Erhalt der Natur insgesamt verpflichtet“, sagte Rainer Stelzner, Vorsitzender des Jagdvereins Hubertus Kreis Eschwege. „Stadtbäume sind ein ganz wesentlicher Bestandteil einer lebenswerten, städtischen Umwelt. Sie reinigen nicht nur die Luft, die wir atmen, und verbessern das Kleinklima, sondern sie sind auch Ruhe- und Erholungspunkte im innerstädtischen Trubel.

Dabei sei es hilfreich, dass die Jagd in Mitteleuropa in ihrer Einstellung zum Wildtier mit dem Prinzip der nachhaltigen Nutzung, dem Hegegedanken zur Erhaltung der Wildtierbestände und dem Respekt vor dem leidensfähigen Mitgeschöpf ganz wesentlich von christlichen Werten geprägt ist. „Auch deshalb ist es uns eine Freude, die evangelische Stadtkirchengemeinde Eschwege bei ihren Bemühungen um den Erhalt der alten Linde zu unterstützen.“ Das Pflanzdatum der Linde ist nicht genau bekannt. Historiker vermuten, dass der Baum entweder 1521 anlässlich der Kircheneinweihung oder aber im Jahr 1650 zur Feier der Vollendung des Wiederaufbaus des Gotteshauses nach dem Dreißigjährigen Krieg gepflanzt wurde.

Spende für Linde: (von links) Henning Bartels, Pfarrerin Sieglinde Repp-Jost und Rainer Stelzner.

Von Stefanie Salzmann

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