Martinsmarkt: Kunsthandwerk und Schulprojekte mischen sich

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Mit Spaß dabei: Die Waldorfschüler haben unter andreem in ihrem Restaurant für die Besucher des Martinsmarktes eine große Auswahl an Salaten selbst gemacht.

Eschwege. Der Martinsmarkt im alten Eschweger Bahnhof ist eine Tradition der Freien Waldorfschule. Im Unterricht haben sich die Schüler intensiv darauf vorbereitet und viele schöne Dinge hergestellt.

Im Wald ist es ganz still, es riecht nach Nadelbäumen, und im Unterholz wurden kleine Nester angelegt. Ob das wohl Zwerge waren? Dieser Wald befindet sich allerdings in einem Klassenzimmer. Die Schüler der Waldorf-Schule haben ihn zusammen mit ihren Eltern angelegt.

„Im Wald können die Kinder Stille finden und zur Ruhe kommen“, sagt Saskia Marcinkiewicz, Organisatorin des Martinsmarktes in der Waldorfschule. „Und die Zwergensuche soll darüber hinaus ihre Fantasie anregen.“In der Kräuterstube verkaufen die Schüler der 6. Klasse nun selbstgemachte Adventskränze, Öle, Cremes und Badezusätze. Im Kindermarkt bieten die Viertklässler Lederbeutel, gefilzte Anhänger und Holzschwerter an andere Kinder an. Kein Erwachsener darf hier die Handelstransaktionen des Nachwuchses stören.

Die 5. Klasse hat in ihrem Restaurant für die Besucher eine große Auswahl an Salaten selbst gemacht. Es werden außerdem Cépes gebacken, und es gibt auch ein Café. Das alte Bahnhofsgebäude summt nur so von den Stimmen der Besucher des Marktes. Denn auch 13 professionelle Kunsthandwerker unterstützen den Markt in der Schule. Zehn Prozent der Erlöse gehen an die Schule.

Eltern helfen mit

„Ursprünglich wurde der Martinsmarkt von den Eltern ins Leben gerufen, um der Schule finanziell zu helfen, etwa um besondere Anschaffungen vorzunehmen“, sagt Lehrerin Margarete von Trott. Und auch in diesem Jahr helfen die Eltern wieder kräftig mit beim Verkauf der Dinge. Das bunte Markttreiben passt zum Konzept der Waldorfpädagogik, erklärt Margarete von Trott. „Unser Motto heißt: erlebt, erlernt, von Anfang an“, sagt sie. „Bei uns sollen die Kinder auf die Bedingungen ihrer Umwelt hingewiesen werden und lernen, achtsam mit den Dingen dieser Welt umzugehen, so zum Beispiel im Gartenbauunterricht oder bei den Forstprojekten.“

Martinsmarkt in der Waldorfschule in Eschwege

Der Martinsmarkt ist überdies ein Treffpunkt und bietet die Gelegenheit, in vorweihnachtlicher Stimmung Kunsthandwerk einzukaufen.

Von Kristin Weber

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