Sammelaktion für Flüchtlingsaufnahmestelle

Mit Matratzen und Bettzeug eingedeckt

Berge von Hilfsgütern rund um die fleißigen Helfer: Etwa 100 Matratzen, viele Decken, Handtücher und andere Bedarfsartikel kamen am vergangenen Wochenende zusammen. Foto: nh

Eschwege. Bianca Cardoso, Aylin Abhau und Karl Montag waren überwältigt von der Spendenbereitschaft der Menschen in der Region. „Mit so einem Erfolg hätten wir nie gerechnet“, sagen die Initiatoren einer großen Spendenaktion am vergangenen Wochenende. Fünf große Lkw und Transporter – bis an den Rand mit Matratzen, Bettzeug und anderen Hilfsgütern beladen – schickten sie in die Flüchtlingsaufnahmestelle Friedland.

Schon kurz nach 16 Uhr am Freitag bildete sich am Hessenring eine lange Autoschlange. „Wir haben gehofft, dass wir zweimal nach Friedland fahren müssen“, erklärten die Spendensammler, doch schon nach einer Stunde war ein großer Lkw gefüllt. Hauke Eisenhuth vom Blumenhaus Eisenhuth in Altenburschla bot spontan seine Hilfe an und übernahm noch am Freitagabend die erste Tour nach Friedland. Die wegen des großen Andrangs noch schnell organisierten zusätzlichen Helfer wurden dort mit großer Freude empfangen.

In Eschwege schien es, als hätten die Bürger, übrigens aus dem gesamten Werra-Meißner-Kreis und aus den Nachbarkreisen, nur auf eine Initialzündung für eine Sammelaktion gewartet. Der nächste Lkw war ebenso schnell gefüllt wie der erste. Georg Grein, der Firmenchef der Firma Grein, half und gab weitere logistische Unterstützung. Er stellte Gitterboxen auf und gab eine zusätzliche Halle zum Lagern und Sortieren frei. Doch nicht mal das reichte: Die abgegebenen Spenden häuften sich zu hohen Bergen. So spendete zum Beispiel ein in Eschwege ansässiges Matratzenfachgeschäft auf einen Schlag zehn neuwertige Matratzen. Insgesamt sammelten sich im Laufe des Wochenendes etwa 100 Matratzen und zahllose Zudecken, Kopfkissen, Bettlaken sowie Handtücher an.

Familienangehörige und Freunde der Helfer stellten sich auf Bitte für den Einsatz am Samstag zur Verfügung. Die Spieler der integrativen Fußballmannschaft des FC Eschwege und ihr Trainer erschienen am Samstag als Helferteam und packten beim Sortieren und Beladen mit an.

Ein Hilferuf an das THW Eschwege brachte die Lösung des Transportproblems. Die noch vom Einsatz in Hessisch Lichtenau beanspruchten THWler leisteten ganze Arbeit. Den ganzen Samstag pendelten sie zwischen Eschwege und Friedland. Ein zusätzliches Fahrzeug wurde dringend benötigt, um die abgegebenen Kleiderspenden nach Hessisch Lichtenau in die dortige Flüchtlings-Aufnahmestation zu bringen.

Bei Abgabe der letzten Spendenladung in Friedland konnten sich Aylin Abhau und Bianca Cardoso bei einer Führung durch das Aufnahmelager von der Dringlichkeit ihrer Aktion überzeugen. Zurzeit sind es 4000 Menschen denen dort geholfen wird, so gut es eben möglich ist. (red/lad)

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