Matratzen und Decken werden gebraucht

Drei Eschweger sammeln für Lager Friedland

Wollen helfen: (von links) Aylin Abhau, Eschweges Stadtverordnetenvorsteher Karl Montag und Bianca Cardoso. Foto: Rissmann

Eschwege. Schwangere Frauen, die ohne Matratze auf dem Fußboden im Flur schlafen müssen, ganze Familien bei diesem Wetter im Zelt: Die Situation der Flüchtlinge in den Erstaufnahmelagern hat Aylin Abhau und Bianca Cardoso schon länger beschäftigt.

Gemeinsam versuchten sie eine Stelle ausfindig zu machen, an der man Sachspenden abgegeben kann, sind aber nicht so richtig fündig geworden. „Das ist gar nicht so einfach“, sagt Cardoso. Damit hatte sich die Sache für die beiden engagierten Frauen aber nicht erledigt: Sie beschlossen, einfach selbst aktiv zu werden.

Bestärkt wurden sie durch eine gemeinsame Freundin: „Die arbeitet als Übersetzerin im Grenzdurchgangslager Friedland und hat uns von den teils chaotischen und schwierigen Verhältnissen dort berichtet“, sagt Cardoso.

So holten sich Cardoso und Abhau Eschweges Stadtverordnetenvorsteher Karl Montag ins Boot und schon gingen die Planungen los. Montag informierte sich in Friedland, ob Hilfe gewünscht sei und was benötigt würde. „Ich bin dort direkt auf offene Ohren gestoßen“, sagt Montag.

Täglich kommen mehr: Das Grenzdurchgangslager in Friedland ist mit etwa 2500 Personen derzeit vollkommen überfüllt. Aktuell fehlen vor allem Matratzen und Decken für die Neuankömmlinge. Foto: dpa

Martina Szeiki vom Grenzdurchgangslager hatte auch gleich eine dringende Wunschliste für ihn: Vor allem Matratzen und Decken würden fehlen. Derzeit sind im Grenzdurchgangslager Friedland direkt 2500 Flüchtlinge untergebracht, ausgelegt ist das Lager aber eigentlich nur für rund 700 Menschen. Jeden Tag würden laut Szeiki 100 bis 250 neue Flüchtlinge ankommen. „Mir wurde bestätigt, dass es sich dabei hauptsächlich um Kriegsflüchtlinge handelt und nur wenigeWirtschaftsflüchtlinge darunter sind“, sagt Montag. Bestürzt sind Montag, Abhau und Cardoso darüber, dass einige in Zelten leben oder auf dem Flurboden schlafen müssten und nicht genug Decken und Matratzen da sind. „Manche müssten wählen: Decke oder Matratze, das ist doch kein Zustand“, sagt Abhau. Deshalb haben die drei Eschweger jetzt eine Sammelaktion gestartet.

Benötigt werden:

 • Matratzen  in der Größe 80 bis 90 Mal 200 Zentimeter, diese müssen aus hygienischen Gründen aus Schaumstoff oder Latex sein und einen waschbaren Bezug haben.

• Decken, von der Wolldecke bis zur Zudecke, und Kissen. Diese dürfen nicht mit Federn gefüllt sein und müssen ebenfalls waschbar sein. „Wir sammeln aber auch Schlafsäcke“, sagt Abhau.

• Handtücher 

• Spannbettlaken und Bettwäsche 

„Wir sind organisatorisch leider nicht in der Lage, die Matratzen bei den Leuten Zuhause abzuholen“, sagt Abhau. Es ist aber eine zentrale Sammelstelle eingerichtet. Abgegeben werden können die Spenden am Freitag, 18. September, in der Zeit von 16 bis 19 Uhr, sowie am Samstag, 19. September, von 10 bis 15 Uhr auf dem Hof der Firma Grein, Hessenring 30, in Eschwege.

„Die Firma Grein hat uns dort einen Lagerraum zur Verfügung gestellt und wird sich auch um den Transport kümmern“, sagt Cardoso. „Die Spenden werden dann an dem Samstag noch direkt nach Friedland gefahren“, fügt Montag hinzu.

Von Diana Rissmann

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