Projekt noch nicht verlängert

Medibus: Landrat Reuß kann sich finanzielle Unterstützung für gewisse Zeit vorstellen

Fünf Bürgermeister setzen sich für die Verlängerung des Medibus-Pilotprojektes ein: (von links) Lars Böckmann (Herleshausen), Thomas Eckhardt (Sontra), Achim Großkurth (Cornberg), Thomas Mäurer (Weißenborn) und Ralf Hilmes (Nentershausen) zusammen mit Medibus-Ärztin Dr. Doris Gronow.  
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Fünf Bürgermeister setzen sich für die Verlängerung des Medibus-Pilotprojektes ein: (von links) Lars Böckmann (Herleshausen), Thomas Eckhardt (Sontra), Achim Großkurth (Cornberg), Thomas Mäurer (Weißenborn) und Ralf Hilmes (Nentershausen) zusammen mit Medibus-Ärztin Dr. Doris Gronow.

„Vor dem Hintergrund, dass es das Ziel bleiben muss, die vakanten Arztsitze wieder zu besetzen, würde ich es in Erwägung ziehen, wenn es finanziell darstellbar und von allen Beteiligten mitgetragen wird“, sagt Reuß.

Werra-Meißner – Stefan Reuß (SPD), Landrat des Werra-Meißner-Kreises, nimmt damit eine ähnliche Position wie sein Amtskollege aus Hersfeld-Rotenburg, Dr. Michael Koch (CDU), ein. Der sagte, dass er es nicht ausschließt, sich für einen begrenzten Zeitraum finanziell am Medibus-Projekt zu beteiligen.

Erst vor rund drei Wochen habe Dr. Eckhard Starke, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen, ihm in einem Telefonat mitgeteilt, dass es der Kassenärztlichen Vereinigung schwer falle, eine finanzielle Förderung für den Medibus in der Mitgliederversammlung im Dezember mehrheitlich zu beschließen. Man habe sich darüber ausgetauscht, ob es Möglichkeiten der finanziellen Beteiligung der Kommunen für einen begrenzten Zeitraum geben könnte.

Stefan Reuß

Hintergrund: Die Kassenärztliche Vereinigung, die den gesetzlichen Versorgungsauftrag hat und verantwortlich für den Medibus ist, hat es bis zum heutigen Tag offengelassen, ob das Mitte 2018 gestartete Pilotprojekt in Kooperation mit der Deutschen Bahn über das Jahresende hinaus weitergeführt wird. Die rollende Arztpraxis steuert von Montag bis Donnerstag im Halbtageswechsel die Kommunen Cornberg, Herleshausen, Nentershausen, Sontra und Weißenborn an, um die medizinische Versorgung aufrechtzuerhalten – in den erwähnten Kommunen sind vier Hausarztsitze vakant.

Wie wichtig den Menschen der Erhalt des Medibusses über das Jahr 2020 hinaus ist, verdeutlichten in der vergangenen Woche die Unterschriften von über 3000 Einwohnern der betroffenen Gemeinden, die der Kassenärztlichen Vereinigung vorgelegt wurden. Ordnungspolitisch sehe es Landrat Stefan Reuß aber ebenso wie sein Kollege aus dem Landkreis Hersfeld-Rotenburg, dass es nicht die Aufgabe der Kreise sein könne, in die selbst verfassten Aufgaben der Kassenärztlichen Vereinigung einzugreifen. „Uns liegt nunmehr seit vergangener Woche ein Schreiben des hessischen Sozialministers Kai Klose vor, der signalisiert hat, dass er sich eine finanzielle Beteiligung des Landes zum Weiterbetrieb des Medibusses vorstellen kann“, so Reuß. Bedingung sei aber, dass die Kassenärztliche Vereinigung und die Kommunen ein Konzept vorlegen würden, wie auch die Einbindung des interkommunalen Versorgungszentrums in Sontra erfolgen könne. Hierzu habe man in Person des Gesundheitsdezernenten und Ersten Kreisbeigeordneten Dr. Rainer Wallmann bereits im August die Initiative ergriffen und Hilfe beim Land Hessen angefragt. Landrat Reuß habe nun an die Kassenärztliche Vereinigung weitergegeben, dass er sich auf dieser guten Grundlage Hilfe für einen beschränkten Zeitraum vorstellen könnte und dringend die Erstellung eines Konzeptes anrate. „Wir warten nun auf die Rückmeldung“, so der Landrat. (Von Maurice Morth)

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