Altmedikamente belasten Abwasser

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urn:newsml:dpa.com:20090101:130217-99-01794

Werra-Meissner. Noch immer werden Altmedikamente häufig über Waschbecken oder Toiletten entsorgt. Das sagt Engelbert Thielemann, Fachdienstleiter Planen und Bauen der Stadt Eschwege. Gesetzlich verboten sei das zwar nicht, aber Altmedikamente gehörten zum Siedlungsabfall und somit in den Restmüll. Das Problem: Über das Abwasser gelangen Medikamentenreste in die Umwelt und belasten den Wasserkreislauf.

„Die Kläranlagen im Werra-Meißner-Kreis können nicht alle im Abwasser enthaltenen Substanzen zurückhalten“, betont Manfred Helmer, technischer Leiter der Stadtwerke Witzenhausen. „Die Rückstände gelangen dann schließlich über den Vorfluter in unsere Gewässer.“ Eine vierte Reinigungsstufe könnte Abhilfe schaffen. „Derzeit laufen Versuche mit Kläranlagen, die für 100 000 Einwohnergleichwerte ausgelegt sind“, so Thielemann. Die Kläranlage in Eschwege ist auf 60 000 Einwohnergleichwerte ausgelegt. Die in Witzenhausen für 13 500 Einwohnergleichwerte. Mit der vierten Reinigungsstufe könnten Mikroverunreinigungen beseitigt werden. Bei diesen Versuchsanlagen werde mit Aktivkohlefilter und Ozonverfahren gearbeitet. „Es wird erwogen, in den nächsten 15 Jahren durch Landesförderung die Anlagen auf diesen Stand zu bringen“, so Thielemann. Dabei werde mit Kosten von 2,50 bis 15 Euro pro Jahr pro Einwohner gerechnet. Umso wichtiger sei es, Medikamentenreste nicht einfach in die Toilette oder ins Waschbecken zu geben, sondern sie korrekt zu entsorgen. So können abgelaufene oder nicht mehr gebrauchte Medikamente auch bei einigen Apotheken im Werra- Meiner-Kreis abgegeben werden. Man kann sie aber auch zur Abfallentsorgungsanlage in Meißner-Weidenhausen bringen und beim Schadstoffmobil des Werra-Meißner-Kreises abgeben.

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