Mehr als 40 Tänzerinnen begeistern bei Oriental-Show am Samstagabend im E-Werk

Arabische Routine: Damit eröffnete Sonja die Benefizveranstaltung.

Mehr als 40 Tänzerinnen haben bei der Oriental-Show am Samstagabend im E-Werk begeistert.

Immer wieder wie Schlangen sich wiegende Arme, kreisende Hüften, sich wellende Bauchdecken, wehende Schleier, klingende Münzenketten und dazwischen auch immer mal eingefügt moderne Jazzdance-Elemente – mehr als 40 Tänzerinnen aus dem Werra-Meißner-Kreis und verschiedensten Orten Deutschlands zeigten am Samstagabend bei über 20 kurzen Auftritten – mal solo, mal in der Gruppe – die unterschiedlichsten Bauchtänze, von klassisch-orientalisch bis leicht orientalisch angehaucht.

Zu der gut dreistündigen Oriental-Show samt 30-minütiger Pause hatte wieder die Eschweger Bauchtanzgruppe Harem mit ihrer Leiterin Nadine Schorch eingeladen. Die fünfte Benefiz-Gala fand diesmal im E-Werk in Eschwege statt, der Reinerlös geht an die Jugendgruppe des THW sowie an die Bürgerhilfe Sontraer Land.

Vor fast vollem Haus brannten die Tänzerinnen, die allesamt ohne Gage auftraten, ein Feuerwerk aus Eigenkreationen und außergewöhnlichen Choreografien zu traditionellen Liedern und ebenso modernen Pop-Songs ab. Da erinnerte die Darbietung von Sonja aus dem Eschweger Ensemble „Oriana“ an den einst in alten Hollywood-Filmen gezeigten Bauchtanz, da ließ die Gruppe „Laleler“ aus Emden die rot-gelben Seidentücher ebenso zu lodernden Flammen aufflackern wie später Jeannine aus Göttingen, und da führte Amuna aus St. Augustin vor, wie man nur einzelne Muskelpartien im Takt bewegt und Schleier zu Rädern und Kreisen verwirbeln kann.

Wilder, schriller ging es bei den vom Tribal-Stil geprägten Tänzen zu. Da sind dann ausladende Bewegungen zu sehen, die schnell mystisch erscheinen. Kombiniert mit Kleidern, die konträr zu den bunten Bauchtanzkostümen dunkel und bizarr sind, fühlt man sich auch mal an die Schwelle zur Unterwelt versetzt. Und aus der stieg dann am Samstagabend die Tänzerin Derwischan aus Lohfelden, die – mit Rabenmaske auf dem Kopf – mit einer Kombination von Tribal-Improvisation und arabischem Derwisch-Drehtanz für staunende Bewunderung sorgte.

Zumeist aber starrte das Publikum nicht gebannt auf die Bühne, sondern klatschte – vom ersten Auftritt an – mit, spendete spontan Szenenapplaus und dankte nach allen Tänzen mit viel Beifall.

Und der Höhepunkt, kurz bevor sich alle Akteurinnen zum Finale auf der Bühne zu Recht noch einmal feiern lassen durften, gelang Shahena aus Kassel, die für ihren zweiten Auftritt an diesem Abend den Trommler Mohamad Akoum mitgebracht hatte. Zu dessen Rhythmen ließ es Shahena mit ihrem hüftschwungreichen Gang durch die Reihen des Publikums richtig krachen. Das war orientalischer Tanz, wie er die Funken der absoluten Freude zwischen den Akteurinnen und den Zuschauern wohl am schnellsten überträgt.

„Sehr abwechslungsreich und viel mehr als Bauch und Hüfte“, schwärmte beispielsweise Susanne Vock aus Frankershausen, die zum ersten Mal eine Oriental-Show besuchte, schon zur Pause. Begeistert war sie auch von den Kostümen, die „so unterschiedlich und sehr aufwendig“ seien. „Die Tänze sind hinreißend“ und das ganze Bühnenprogramm „richtig wunderschön“, befand Rosi Müller aus Datterode, die mit diesem Abend ihren 44. Geburtstag krönte. Besonders gut gefiel ihr die „dunkle Show“ zum Metal-Song „Mitternacht“ von E Nomine.

Doch bei allen Einsätzen nichtorientalischer Elemente von Jazzdance bis Hip-Hop: Die Bäuche der Akteurinnen tanzten immer mit. Bauchtanz sei doch, wie es am Samstagabend auch trotz verschiedenster Weisen deutlich geworden sei, „der Urtanz der Weiblichkeit“, begeisterte sich am Ende auch Waltraud Eifried aus Pohlheim, die diesmal nicht als „Alegria“ auf der Bühne auftrat, sondern die Moderation übernommen hatte.

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