Sechs Pläne für den Ruhestand

Eschweger Augenarzt Dr. Schmidt geht nach 35 Jahren in den Ruhestand

Der Eschweger Augenarzt Dr. Fred Michael Schmidt führt in seiner Praxis an der Forstgasse in Eschwege einen Sehtest bei einem fünf Jahre alten Mädchen durch. Schmidt geht am 30.6.2020 nach 35 Jahren in den Ruhestand
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Ein Arzt für alle Generationen: Nach 35 Jahren als Augenarzt verlässt Dr. Fred Michael Schmidt seine 1985 gegründete Innenstadt-Praxis. Foto: Csenar/NH

Heute (30.6.2020) beendet der Eschweger Augenarzt Dr. Fred Schmidt seine berufliche Karriere. Nach 35 Jahren mit eigener Praxis verabschiedet sich Dr. Schmidt in den Ruhestand.

Der Wunsch, Augenarzt zu werden, entwickelte sich erst in der Zeit seines Medizinstudiums in Göttingen. Dass er seine Praxis in Eschwege eröffnen würde, war für ihn hingegen immer klar. Denn seine Heimatverbundenheit wurde ihm quasi in die Wiege gelegt und er hat sie bis heute nicht abgelegt. Seine Schulzeit verbrachte er von 1961 bis 1973 an Eschweger Schulen. Schmidt gehörte zum letzten Jahrgang, der sein Abitur noch komplett an der Friedrich-Wilhelm-Schule ablegte. Was folgte, war das Studium in Göttingen – und damit weiterhin die Nähe zu seiner Heimatstadt. Zwischen 1974 und 1980 studierte er hier Humanmedizin und absolvierte anschließend seine Facharztausbildung in der Augenklinik in Göttingen. Seine eigene Praxis eröffnete er am 1. Oktober 1985 am Stad im Herzen der Innenstadt.

In der Zwischenzeit kümmerte er sich auch um die Familiengründung. Zusammen mit seiner Ehefrau Ina sind sie Eltern von den Töchtern Christina und Laura. Mindestens genauso so viel Zeit widmete er aber seinen Patienten. In den vergangenen fast 35 Jahren hatte die Praxis nicht einen Tag wegen eigener Krankheit geschlossen. „Die Praxis war immer ein großer Bestandteil in seinem Leben und spielte deshalb auch in unserer Familie eine große Rolle“, sagt Tochter Christina. Er sei aber jeden Tag mit großer Freude zur Arbeit gefahren – meistens mit dem Rad. „Er hat sich nie über die Arbeit beschwert, auch wenn es mitunter sehr turbulent zuging“, sagt seine Tochter.

In der Praxis beschleicht das sechsköpfige Team seit einigen Tagen ebenfalls ein wenig Wehmut. „Er war der beste Chef, den man sich vorstellen kann“, sagt eine seiner Mitarbeiterinnen, die zuvor schon in anderen Arztpraxen beschäftigt war. Großherzig, verständnisvoll, immer mit einem offenen Ohr und einem lockeren Spruch für seine Mitarbeiter haben sie ihn kennen- und schätzengelernt. „Und er hat voll hinter uns gestanden“, sagt die langjährige Kollegin. Bei seiner Nachfolgerin, die ab morgen die Praxis, die mittlerweile an die Forstgasse umgezogen ist, weiterführt, habe er sich für den Erhalt aller Arbeitsplätze eingesetzt.

Für seinen Ruhestand hat der leidenschaftliche Koch sechs Pläne geschmiedet: Zum einen will er noch mehr Rad fahren und weiterhin die Welt bereisen. Seinem Garten und seiner Enkeltochter Leni will er mehr Zeit widmen. Außerdem will er dem Eschweger Geschichtsverein beitreten. Und der Klassiker für den Ruhestand wartet auch auf ihn: Die Modelleisenbahn soll aus den Kisten auf dem Dachboden wieder ausgepackt werden. Ein Termin steht auch schon fest: Der 3. Juli 2021. Dann freut er sich wieder, mit den Schülern nach Grebendorf zu laufen, um die Maien zum Johannisfest abzuholen. So, wie es der Ur-Eschweger sein Leben lang getan hat, soll es auch als Rentner sein.

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