Mehr Lohn für rund 2000 Gastro-Angestellte im Werra-Meißner-Kreis

Werra-Meißner. Für fast 2000 Beschäftigte der Gastronomiebranche im Werra-Meißner-Kreis gibt es seit diesem Monat mehr Geld. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) hat sich mit dem hessischen Gastgewerbe auf einen Tarifabschluss geeinigt.

Demnach verdienen die Angestellten ab sofort 3,5 Prozent mehr. „Eine ausgelernte Servicekraft hat am Monatsende 73 Euro mehr auf dem Lohnzettel“, sagt Andreas Kampmann, Geschäftsführer der NGG Nord- und Mittelhessen.

Die Gewerkschaft geht von einer deutlichen Reallohn-Steigerung aus. Angesichts einer aktuellen Inflationsrate von 1,8 Prozent lande ein Großteil der Lohnerhöhung auch wirklich im Portemonnaie, so Kampmann. Preiserhöhungen in der Gastronomie sind jetzt nicht ausgeschlossen. „Mit der Lohnsteigerung sind wir an unsere Grenzen gegangen und werden damit in den eigenen Reihen auch Kritik ernten“, sagt Gerald Kink, Präsident des Dehoga Hessen.

Ob die Lohnerhöhung Berufe in der Gastronomie interessanter machen werde, weiß Christian Pelikan, Vorsitzender des Hotel- und Gastronomieverbands Dehoga im Werra-Meißner, nicht. „Attraktiv waren die Jobs noch nie, weil man nachts oder am Wochenende arbeiten muss“, sagt Pelikan. Dem stimmt Silke Sennhenn, Sprecherin der Bundesagentur für Arbeit, zu. „Wir haben hier ein Nachwuchsproblem.“ Im Werra-Meißner-Kreis haben im vergangenen Jahr laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit 81 Jugendliche eine Ausbildung in der Hotellerie oder Gastronomie absolviert. Viele Stellen blieben unbesetzt. Bei den Köchen waren vier von 18 Stellen vakant, im Hotelfach drei von acht und in der Systemgastronomie vier von fünf. Einige Azubis haben ihre Lehre abgebrochen. „Viele merken erst nach Ausbildungsstart, dass der Job nicht zu ihnen passt“, sagt Sennhenn. „Eintausend Euro im dritten Lehrjahr sind für uns ein Meilenstein zur Steigerung der Attraktivität unserer Ausbildungsberufe“, sagt Kink.

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