Mehr Neuzulassungen: Trotz Diesel-Krise läuft Geschäft mit Autos gut

Werra-Meißner. Es werden mehr Autos zugelassen. Bei den Diesel-Fahrzeugen sind die Verbraucher aber immer skeptischer.

Zum Beginn eines jeden Jahres ist es auf dem Automarkt flau, nicht aber in diesem Jahr: Im Januar wurden in Deutschland zwölf Prozent mehr Autos neu zugelassen als Anfang 2017, berichtet der Verband der Automobilindustrie (VDA). Eine Umfrage bei heimischen Autohäusern bestätigt: Auch im Werra-Meißner-Kreis gibt es eine höhere Nachfrage nach Fahrzeugen – sowohl neuen als auch gebrauchten.

Im Vergleich zum Januar 2017 seien die Aufträge um 20 Prozent gestiegen, heißt es in den Autohäusern Heidenreich (Opel/Hyundai) in Witzenhausen und Eschwege in Bezug auf Zulassungszahlen und Auftragseingänge. Doch so gut das Geschäft mit Autos läuft, nach Bekanntwerden des Dieselskandals stottert der Verkaufsmotor bei den Diesel-Fahrzeugen. „Der Privatkunde tendiert zum Benziner“, sagt Jörg Heidenreich, weil bei den verunsicherten Verbrauchern viel Halbwissen kursiere. Das hat auch Uwe Ebenau vom Autohaus König (Ford) in Eschwege festgestellt. „Das bedingungslose Vertrauen gegenüber dem Diesel ist geschwunden, weil es aus der Politik keine klare Ansage gibt.“ Beim Autokauf werde jetzt mehr abgewogen.

In den Autohäusern Stöber (Volkswagen / Audi) in Bad Sooden-Allendorf, Eschwege und Witzenhausen sei die Nachfrage nach Dieselfahrzeugen „nur geringfügig zurückgegangen“, sagt Geschäftsführer Torsten Stöber, der bei Neu- und Gebrauchtwagen 40 Prozent Diesel-Motoren im Angebot hat. Seiner Einschätzung nach liegt das daran, dass es auf dem Land viele Vielfahrer gebe. Das sieht beim Autohaus Eisenträger (Suzuki/Ssangyong) in Eschwege anders aus. Viele Kunden wollten ihren Diesel abgeben, bestätigt Geschäftsführer Kurt Eisenträger die bundesweite Tendenz.

Laut Verband der Automobilindustrie lag der Anteil der Dieselfahrzeuge an den Neuzulassungen im Januar 2018 bei 33 Prozent und damit deutlich unter dem Vorjahreswert (45 Prozent). (sff/ts) 

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