Messer ins Bein gerammt: 22-Jähriger schlägt Frau zusammen und attackiert Freund

Ein 22-jähriger Mann aus dem Kreis hat im April dieses Jahres zuerst seine Lebensgefährtin zusammengeschlagen und einem Freund dreimal ein Messer ins Bein gerammt.

Sschlussendlich richtete er bei der Verhaftung eine Schreckschusspistole auf einen Polizisten. Das sah der Eschweger Amtsgerichtsdirektor Dr. Alexander Wachter nach der Beweisaufnahme als erwiesen an und verurteilte den Angeklagten deswegen zu zwei Jahren Haft.

Vorgeworfen werden ihm Körperverletzung, gefährliche Körperverletzung, das unerlaubte Führen einer Schusswaffe und Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte. Dazu kamen noch Fahren ohne Fahrerlaubnis und mit gefälschten Kennzeichen.

Der in U-Haft sitzende Beschuldigte zeigte sich geständig. Er sei abhängig von Speed und Cannabis gewesen und hätte bei seinem Kumpel 800 Euro Drogenschulden gehabt. Deswegen habe dieser von seiner damaligen Lebensgefährtin Fahrzeugpapiere und Schlüssel für sein Auto als Pfand kassiert. Darüber erbost, schlug der 22-Jährige in der gemeinsamen Wohnung auf seine Ex-Freundin mit Fäusten ein und trat sie, als diese auf dem Boden lag. Wieso er auf die Frau losgegangen ist, konnte er sich nicht mehr erklären. „Ich habe kurz zuvor meinen Job verloren und danach ging alles bergab. Ich hatte mich nicht unter Kontrolle“, sagte der Gewalttäter. Seine Ex-Freundin kämpfte im Zeugenstand mit den Tränen. An den Auslöser für den Angriff erinnerte auch sie sich nicht mehr. Sie wusste nur noch, dass der Angeklagte „wie von Sinnen“ auf sie eingeschlagen und „schon ein Stück weit ihre Welt zerstört“ habe.

In der Folge traf sich der 22-Jährige mit seinem Freund. Man hatte sich darauf verständigt, über die Schulden sowie die Fahrzeugpapiere samt Schlüssel zu reden. Treffpunkt war ein abgelegener Parkplatz bei Frieda. Der Angeklagte führte aus, dass das 32-jährige Opfer zurück zum Auto ging, weil das Geld nicht übergeben wurde. „Ich dachte, er will seine Eisenstange holen.“ Aus Selbstschutz habe er zunächst mit einer Gaspistole auf ihn gefeuert, wobei sich aber wegen eines Defekts kein Schuss löste, und ihm dann dreimal ins Bein gestochen – übrigens unter Mithilfe eines weiteren Mannes, der den Geschädigten schon zu Boden gerissen hatte. Anschließend ließen die beiden den 32-Jährigen blutend liegen und warfen sein Handy weg. Eine Arterie und ein Nerv wurden durchtrennt. Noch heute ist das arbeitsunfähig und muss Schmerzmittel einnehmen. Deswegen bekommt der 32-Jährige 5000 Euro Schmerzensgeld. „Wenn nicht zufällig ein Pärchen vorbeigekommen wäre, wäre ich jetzt tot. Er hat mein Bein zerlegt.“

Auch diesen Angriff gab der Beschuldigte zu und entschuldigte sich bei beiden Opfern. Nur daran, dass er bei der Verhaftung am gleichen Abend erst nach dreimaliger Aufforderung die auf einen Polizisten gerichtete Schreckschusswaffe ablegte, konnte er sich nicht erinnern. Der Beamte sagte so aus. Auch danach wehrte er sich körperlich noch vehement gegen die Verhaftung.

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