Klio-Bundestagung mit Figurenbörse lockt hunderte Sammler in die Dietemannstadt

Miniaturwelt in Eschwege

Detailgetreu: Diese Indianerfigur hat Jürgen Sieland aus Wanfried selbst entworfen.

Eschwege. Klio, die griechische Muse der Geschichtsschreibung, ist die Namenspatronin der Deutschen Gesellschaft der Freunde und Sammler kulturhistorischer Zinnfiguren. Am Wochenende veranstaltete die Gesellschaft in der Eschweger Stadthalle ihre Bundestagung, begleitet von einer großen Figurenbörse, ausgerichtet durch die Eschweger Zinnfiguren- und Miniaturenfreunde.

„Wir sind sehr zufrieden mit der Resonanz“, erklärt Waltraud Freitag, die Vorsitzende des Vereins. Schließlich seien nicht nur Sammler und Zinnfigurenfreunde zum Besuch der Figurenbörse angereist, auch viele Eschweger hätten sich die grazilen Kunstwerke aus Zinn, Blei oder anderem Gussmaterial angeschaut. Neben Figuren und kleinen Dioramen präsentierten Händler und Aussteller zudem Fachliteratur, Gießformen und viel Zubehör wie etwa Farben oder Sockel.

„Rund 400 Besucher konnten wir allein bis zum Samstagmittag verzeichnen“, berichtet Freitag. Auch für die Kinder ist gesorgt worden. An einem eigens dafür aufgebauten Stand konnten sie im Rahmen der Eschweger Ferienspiele ihre ersten eigenen Figuren bemalen.

Dabei ist das Spektrum der Zinnfiguren viel größer, als nur die Darstellung von Soldaten vergangener Zeiten in historischen, farbenfrohen Uniformen. Die Motive stammen vielmehr aus allen Bereichen menschlichen Lebens. Es gibt praktisch kein Motiv, welches noch nicht als Zinnfigur gegossen wurde. Ob als grazile, zerbrechliche Flachfigur, ob in der halbplastischen Ausführung, stimmig in Form und Größe, jedoch etwas gequetscht. Oder auch vollplastisch und entsprechend detailreich: Die Figuren stellen immer auch ein Stück Kulturgeschichte dar. Sie bringen dem Betrachter vergangene Zeiten näher und waren schon in der Antike bekannt.

Börse und Tagung möchte Waltraud Freitag nun gern alle zwei Jahre nach Eschwege holen. Klio-Präsident Thomas Beier unterstützt das Vorhaben. „Die Entscheidung für Eschwege als Veranstaltungsort war bisher die beste in meiner Amtszeit. Es liegt zentral, wir werden hier gut wahrgenommen und die engagierten Leute der Eschweger Zinnfigurenfreunde trugen zum Gelingen von Tagung und Börse bei“, lobte er.

Von Wolfram Skupio

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