Projekt des Vereins Aufwind

Ladenlokal der Imkerei Stadtschwarm eröffnet am Eschweger Obermarkt

Imkern mit den Schau- und Lehrbienen: (von links) Thomas Krüger, Andrea Selig und Ann-Katrin Henk-Umbach, die in das Innere eines Bienenstocks schauen.
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Imkern mit den Schau- und Lehrbienen: (von links) Thomas Krüger, Andrea Selig und Ann-Katrin Henk-Umbach, die in das Innere eines Bienenstocks schauen.

Eschwege – Eschwege ist derzeit um 300 000 Einwohner reicher. Allerdings fallen diese im alltäglichen Leben kaum auf. Man muss schon genau hinsehen, ganz leise summen sie von Blüte zu Blüte und sammeln Pollen. Sechs Bienenvölker gehören zur Stadtimkerei „Stadtschwarm“, einem Projekt des Vereins Aufwind, das von der „Aktion Mensch“ für drei Jahre finanziert wird.

Über den Umgang mit den Bienen sollen die Menschen zusammengebracht werden – ein Beitrag zu Sozialraumorientierung. Drei Bienenvölker stehen in der Neustadt, drei auf Gut Friedrichsruh nahe dem Segelflugplatz. Das Ladenlokal des Stadtschwarms befindet sich am Eschweger Obermarkt und ist mit einer modernen Küche ausgestattet, in der der Honig geschleudert und verarbeitet werden kann.

„Zu uns können alle neugierigen Menschen kommen, die Lust haben, sich mit dem Imkerhandwerk, Bienen und Umweltschutz zu beschäftigen“, sagen Andrea Selig und Ines Ritter, die Leiterinnen des Projekts.

Sie bieten Mitmachaktionen für Kindergartenkinder, Schulklassen, Senioren, private Gruppen oder Einzelpersonen an. Diese können in der Imkerei die Arbeit mit den Schau- und Lehrbienen kennenlernen, beim Honigschleudern helfen, Kerzen ziehen, Wachstücher herstellen oder mithelfen, wenn Blühwiesen angelegt werden.

Was sie auf keinen Fall wollen: den örtlichen Imkern Konkurrenz machen. Deshalb hat sich der Stadtschwarm mit Thomas Krüger zusammengetan, der dem Eschweger Imkerverein vorsitzt und auch den Kreis-Imkerverein leitet.

Alle Bienenhalter haben die Möglichkeit, ihren Honig im Ladenlokal des Stadtschwarms anzubieten. Ideengeberin Ann-Katrin Henk-Umbach, die das Projekt entwickelt hat, ist in Elternzeit. Das Thema Bienenhaltung hat sie auf einer Fachtagung kennen und lieben gelernt, Aufwind Vorstand Hartmut Kleiber ließ sich schnell überzeugen.

Alle drei Projektleiterinnen absolvierten Kurse bei Bienen-Fachmann Krüger und lernten alles, was für das Handwerk als Imker nötig ist. „Wenn man Honig abfüllen möchte, muss man 32 Gesetze einhalten“, erklärt Thomas Krüger. Außerdem mussten die Frauen lernen, wie sie mit den Bienen umgehen. „Auf keinen Fall darf man hektisch werden“, sagt Andrea Selig.

Die Aktionen der Imkerei werden von den Klienten von Aufwind, etwa Besucher der Tagesstätte, begleitet. Ihnen hilft die Beschäftigung mit den Bienen und die Arbeit mit den Gästegruppen, um mit ihren psychischen Erkrankungen umzugehen und sich selbstverständlicher in der Öffentlichkeit zu bewegen.

Eröffnung des Stadtladens: (von links) Matthäus Mihm, Alexander Heppe, Ines Ritter, Thomas Krüger, Andrea Selig, Hartmut Kleiber und Claudia Muth. 

Zur Eröffnung gratuliert Bürgermeister Alexander Heppe. „Es ist ein hervorragendes Projekt für die Stadt Eschwege“, sagt er. „Die Biene ist eines der wichtigsten Nutztiere – und sie hat sozusagen die soziale Arbeit erfunden.“

Eigentlich wollte der Stadtschwarm bereits im April seine Eröffnung feiern, doch die Corona-Pandemie kam dazwischen. Deshalb laufen auch die Aktionen im Moment nur eingeschränkt. Der Laden ist mittwochs von 9 bis 11 Uhr und donnerstags von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Dann kann man Honig kaufen und sich über die Aktionen informieren.

Von Kristin Weber

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