Dividende wird erst 2021 ausgeschüttet

Geschäftsbericht der VR-Bank Mitte: Das „Du“ gehört künftig dazu

Vorstandsmitglied wird verabschiedet: Rolf Döring (Mitte) erhält Applaus von seinen Vorstandskollegen der VR-Bank Mitte. Darunter (von links) Uwe Linnenkohl, Björn Henkel, Steffen-Peter Horn, Hartwig Magerhans und Jörg Bringmann.
+
Vorstandsmitglied wird verabschiedet: Rolf Döring (Mitte) erhält Applaus von seinen Vorstandskollegen der VR-Bank Mitte. Darunter (von links) Uwe Linnenkohl, Björn Henkel, Steffen-Peter Horn, Hartwig Magerhans und Jörg Bringmann.

Eine zufriedenstellende Ertragslage, urteilte der Aufsichtsrat der VR-Bank Mitte für das abgelaufene Geschäftsjahr 2019.

Werra-Meißner - Die Bilanzsumme lag bei knapp 2,4 Milliarden Euro. Der Gewinn liegt bei rund 3,39 Millionen. Auf Anraten der Bafin wird die Bank für 2019 allerdings keine Dividende auszahlen, sondern den Betrag für eine Ausschüttung im nächsten Jahr vortragen. Dieses Vorgehen wurde von der Vertretersammlung mit großer Mehrheit so beschlossen.

In diesem Jahr gab es allerdings auch hier eine Premiere: So fand die Vertretersammlung online im Internet statt. Der Vorstand der Bank sendete live aus einem Studio in der Duderstädter Filiale. Vertreter, Gäste, Mitarbeiter und Aufsichtsräte konnten sich dazu über die Homepage der Bank einwählen und mithilfe von interaktiven Tools abstimmen.

Positives Feedback für die digitale Veranstaltung

Insgesamt nahmen so 318 Menschen teil. „Wir sind glücklich, wie gut das geklappt hat, auch was die Technik betrifft“, sagte Florian Hartleib, Leiter der Unternehmenskommunikation, hinterher. „Von den Teilnehmern haben wir sehr viel positives Feedback für die digitale Veranstaltung bekommen.“

Der Vorstand stellte den Geschäftsbericht für 2019 vor – vor Corona. Damals waren es vor allem Leitzinssenkung und Klimawandel, welche die Bank und ihre Kunden vor geschäftliche Herausforderungen stellten, während der Aktienmarkt gut lief. „Der Klimawandel ist ein Thema, das bleiben und nach Corona wieder mehr Bedeutung gewinnen wird“, war Vorstandsmitglied Rolf Döring überzeugt.

„Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um die Klimaziele zu erreichen.“ Auch digitale Lösungen wie das bargeldlose Zahlen sieht Döring durch die Pandemie im Aufschwung.

Das „Du“ gehört bei der VR-Bank Mitte künftig dazu

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat sich die VR-Bank ein neues Unternehmensleitbild gegeben, das Vorstandsmitglied Björn Henkel vorstellte: Nähe und Miteinander sollen die entscheidenden Begriffe sein, das betonte „Wir“ den Kunden mit einschließen. „Wir sind die Mitmachbank – und du bist ein Teil davon“, heißt das Motto.

Dazu gehört auch das „Du“ unter den Mitarbeitern, das Distanz abbauen soll, und der Verzicht auf Krawatten. Alle, die am Leitbild mitgewirkt haben, erhalten einen Gutschein über 125 Euro, den sie ihrem Herzensprojekt, etwa einem Verein, zur Verfügung stellen können. Außerdem wurden die Kontomodelle überarbeitet und Angebote erweitert.

Stellen sollen zurzeit nicht reduziert werden

Dies bedeute, wie Henkel zusammenfasste: „Wer mehr mit uns macht, zahlt weniger Kontoführungsgebühren.“ Wer die Dienste der Bank nutzt, erhalte aber auch andere Vorteile, wie die Erhöhung des Freibetrags für Negativzinsen.

Vorstandsmitglied Uwe Linnenkohl stieg schließlich tiefer in die Zahlen ein – wie eingangs schon dargestellt. Zudem solle das Eigenkapital der Bank von 247 auf 250 Millionen Euro aufgestockt werden. Dazu gab die Versammlung ihre Zustimmung. Er zeigte auch, dass die Bilanz 2020 die des Vorjahrs bereits jetzt übertroffen habe.

Bis August 2020 lag sie bei 2,5 Milliarden Euro . Derzeit habe man 254 Vollzeitkräfte, 129 Teilzeitkräfte und 28 Azubis. Diese sollen zurzeit nicht reduziert werden, es seien aktuell 15 Stellen offen. (kw)

Döring scheidet aus Vorstand aus

Zum Ende des Jahres scheidet Rolf Döring aus dem Vorstand der VR-Bank Mitte aus. Für ihn übernimmt Steffen-Peter Horn. Der verheiratete 48-Jährige aus Witzenhausen stellte sich als sportlicher Mountainbiker, Jogger und Tennisspieler vor. Er arbeitete zuvor für die Sparkasse in Göttingen und war auch schon einmal als Wirtschaftsprüfer tätig, kennt sich mit Zahlen und Bilanzen also aus. Als Vorsitzende des Verwaltungsrats wurden Hartwig Magerhans und Jörg Bringmann wiedergewählt. 

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare