Leiser und sauberer als Dieselantrieb

Mit dem Erdgasbus auf Linie: Frölich stellt neues Fahrzeug vor

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Stellen den Gasbus vor: (von links) Umweltdezernent Dr. Rainer Wallmann, die Geschäftsführer Markus Lecke (Stadtwerke), Bernd Frölich (Busunternehmen) und Horst Pipper (Nahverkehr Werra-Meißner). 

Er ist erheblich leiser als ein mit Diesel angetriebener Bus, der Abgasausstoß ist sauberer. Das Busunternehmen Frölich stellte jetzt in Eschwege seinen ersten Linienbus mit Gasantrieb vor.

Mit seiner Reichweite von mindestens 660 Kilometern wird das neue Transportfahrzeug vor allem auf den Überlandlinien eingesetzt.

„Im Stadtbusverkehr“, sagt Geschäftsführer Bernd Frölich, „gehört die Zukunft ohnehin dem Elektrobus.“ Innerstädtische Verbindungen machen nach Angaben des Unternehmers allerdings ohnehin lediglich vier Prozent des gesamten Netzes aus.

96 Prozent der bedienten Strecken führen über Land und sind angesichts der Reichweitenansprüche an die Fahrzeuge mit Elektrofahrzeugen aktuell nicht zu bedienen. Höchstens 200 Kilometer könne ein E-Bus heute ohne Ladevorgang gefahren werden. Ein Linienumlauf, so Frölich, sei 290 Kilometer lang.

Der Busunternehmer präsentierte das neue Fahrzeug jetzt in Eschwege gemeinsam mit Kreisumweltdezernent Dr. Rainer Wallmann sowie den Geschäftsführern Horst Pipper vom Nahverkehr Werra-Meißner und Markus Lecke von den Stadtwerken.

Der Bus wird mit Erdgas angetrieben. An Tankstellen mit diesem Treibstoff mangelt es im Werra-Meißner-Kreis. Es gibt lediglich eine Station: in Eschwege. Die Energiebilanz des neuen Fahrzeugs und vor allem auch die ökonomischen Daten sind überzeugend. Im Vergleich zum Diesel-Bus kostet der Treibstoff für das neue Fahrzeug für 100 Kilometer dreizehn Euro weniger. Für Diesel müsste Frölich 35 Euro ausgeben, Gas für die gleiche Strecke kostet 22 Euro. Die Anschaffungskosten sind allerdings erheblich höher. 250 000 Euro hat Frölich für den Gasbus bezahlt – 40.000 Euro mehr als ein vergleichbares Diesel-Fahrzeug kosten würde.

Die Mehrkosten der Anschaffung und Wartung hätten sich nach sieben Jahren amortisiert. Die Laufzeit im Linienverkehr des Nordhessischen Verkehrsverbundes (NVV), in dessen Auftrag Frölich den Gasbus einsetzt, gibt der Geschäftsführer mit zwölf Jahren an. Wie der Bus anschließend verwendet werden könnte, ist offen. „Es gibt kein Markt für gebrauchte Erdgasbusse“, sagt Bernd Frölich, vor allem weil das Tankstellennetz nicht engmaschig genug sei.

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