In Deutschland streng geschützt

Mit Grabschaufeln und Rüsselnase: Der Europäische Maulwurf ist das Wildtier des Jahres 

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Das Wildtier des Jahres 2020 ist der Maulwurf. Unser Foto zeigt einen Europäischen Maulwurf (Talpa europaea) in einem Erdhügel im Garten sitzend.

Die Deutsche Wildtierstiftung hat mit dem Europäischen Maulwurf (Talpa europaea) diesmal ein eher unscheinbares Wildtier, das aber oft auch in unmittelbarer Nachbarschaft der Menschen lebt, zum Tier des Jahres ausgerufen.

Maulwürfe sind von Großbritannien durch ganz Europa bis weit nach Sibirien hinein verbreitet und derzeit eine nicht bedrohte Tierart. Fast alle Menschen kennen die typischen Erdhügel, die die Anwesenheit eines Maulwurfs verraten. Diese Maulwurfshügel sind so populär, dass es sogar eine Maulwurftorte gibt, die in Form und Aussehen einem Maulwurfshügel nachempfunden ist. Zu Gesicht bekommt man einen Maulwurf allerdings wegen seiner fast vollständig unterirdischen Lebensweise nur selten.

Unterirdisches Gangsystem

Als Einzelgänger durchstreift er seine Gänge und verteidigt sein Revier energisch gegen jeden Konkurrenten. Mit seinem Gangsystem durchlüftet er den Boden, was vielen anderen Arten beispielsweise Erdhummeln und Kröten zu Gute kommt. Auch vertilgt er Gartenschädlinge wie Schnecken oder Käferlarven.

Da er kein anderes Tier in seinen Gängen duldet, vertreibt er auch Wühlmäuse aus seinem Revier. Damit ist er für den Gärtner ein nützliches Tier. Maulwürfe werden zehn bis 17 Zentimeter lang und 60 bis 120 Gramm schwer. Sie werden maximal vier bis fünf Jahre alt. Der schwarze Pelz ist mit rund 200 Haaren pro Quadratmillimeter sehr dicht und weist eine Besonderheit auf: Die Haare besitzen keinen Strich, das heißt, sie sind in alle Richtungen biegbar. Ein enormer Vorteil bei den Vor- und Rückwärtsbewegungen in dunklen Gängen.

Bereits im antiken Griechenland wurden die seidenweichen Felle zu Decken verarbeitet, und an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert waren Mäntel und Jacken aus Maulwurffellen in Europa für eine kurze Zeit sehr in Mode.

Der Körperbau des Maulwurfes ist vollständig seinem Leben unter der Erde angepasst. Der Körper ist walzenförmig, und die sehr kleinen Augen sind unter dem dichten dunklen Haar kaum zu erkennen. Sie können nur Hell-Dunkel-Schattierungen wahrnehmen. Der Spruch „Blind wie ein Maulwurf“ hat damit eine gewisse Berechtigung. Äußere Ohrmuscheln fehlen, dennoch hat er ein ausgezeichnetes Gehör.

Einmaliges Organ 

An seiner spitzen Schnauze und dem kurzen Schwanz befinden sich viele Tasthaare, die der Orientierung im Bau dienen. Die Haut der langen Rüsselnase ist mit einem weiteren Tastsinn ausgestattet, dem sogenannten „Eimerschen Organ“, das nur bei Maulwürfen vorkommt.

Mit diesem hochempfindlichen Tastorgan können sie leichteste Erschütterungen des Bodens, sowie Muskelkontraktionen von Beutetieren wahrnehmen. Außerdem hat er einen guten Geruchssinn. Besonders auffallend sind die ausgeprägten Hände und Füße des Maulwurfs, die er als Grabwerkzeuge einsetzt. Auch Skelett und Muskulatur des Tieres sind an die Grabtätigkeit angepasst.  esp

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