Mit Schmerzen ins Ziel: Werraman-Sieger erreichen den Marktplatz nach Problemen auf der Strecke

Schnellen Schrittes: Anna Riethmüller ist die Siegerin bei den Frauen. Die Triathletin wird auf den letzten Metern ins Ziel von Moderator Sebastian Labitzke begleitet. Foto: Sagawe

Eschwege. Im Zielinterview mit Moderator Sebastian Labitzke berichtet Anna Riethmüller dem staunenden Publikum von großen Problemen zu Beginn der Laufstrecke. „Nach einem Kilometer habe ich gesehen, dass es nicht richtig läuft“, sagte die Triathletin nach ihrem Sieg beim Werraman am Samstag in Eschwege.

Die Sportlerin hatte die Ziellinie gerade in einer Zeit überquert, die fast drei Minuten unter ihrer Siegerzeit vom vergangenen Jahr lag: 1:07:22.

„Beim Radfahren habe ich einen Vorsprung herausgefahren“, erklärt die Titelverteidigerin ihren Vorsprung auf die eigene Zeit aus 2016 und auf die Zweitplatzierte Tanja Nehme, die knapp vier Minuten nach Riethmüller auf dem Marktplatz der Kreisstadt ankam und nach eigenem Bekunden „immer Spaß“ hat, wenn sie in Eschwege startet.

Mit schmerzverzerrtem Gesicht und unter triumphierendem Jubel erreichte Seriensieger Philipp Mock das Ziel als Sieger bei den Männern. „Vor zwei Wochen beim Triathlon in Hamburg konnte ich keine zwei Schritte gehen, heute bin ich fünf Kilometer gelaufen“, sagte der völlig ausgepowerte Eschweger nach seiner Ankunft im Ziel. Neben den Schmerzen beim Laufen habe ihn auch noch eine Erkältung gehandicapt. Nichtsdestotrotz lief der Profisportler der Konkurrenz bereits zum siebten Mal davon – allerdings mit deutlich geringerem Vorsprung auf den Zweiten als noch im vergangenen Jahr.

Mock sieht den Werraman und Triathlon insgesamt als eine Sportart für alle. „Das macht das Event in meiner Heimatstadt aus“, sagte der Eschweger.

Als Sieger fühlte sich auch Timo Pippart aus dem Sontraer Stadtteil Breitau. Der Zweitplatzierte sagte im Zielraum in Anspielung auf Mocks Status als Profisportler: „Ich bin der erste Amateur.“

Amateursportler und vor allem Freizeitathleten waren am Samstag ganz viele in und um Eschwege unterwegs. Der vierzehnte Werraman war mehr denn je eine echte Breitensportveranstaltung. Insbesondere die Mannschaftswettbewerbe sind Spiegel dieser Idee, die nach Angaben der Veranstalter wieder mehr in den Mittelpunkt rücken soll. Firmenbelegschaften und Mannschaften aus Vereinen, die in ihrem sportlichen Alltag nicht viel mit Triathlon zu tun haben, traten am Samstag zum Kräftevergleich an. Und natürlich stellten die Werraland Werkstätten, die mit ihrem Bistro Amélie zu den Veranstaltern gehören, Teams mit Handicap-Sportlern. Spätestens bei der Siegerehrung am Abend wurde deutlich, dass die sich noch richtig freuen können. 

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