Mitgliederzahlen im Turngau sinken - demografischer Wandel macht sich bemerkbar

Die Turnerinnen des Eschweger TSV (von links) Chiara-Chantale Eberts, Phoebe Reuß, Deborah Hertel, Giulia Grisafi, Jasmin Heckmann, Julia Heckmann und Sophie Gliemeroth.

Eschwege. Der Turngau Werra entwickelt sich bei den Mitgliederzahlen gegen den hessischen Trend. Im Werra-Meißner-Kreis gibt es in diesem Jahr 67 Mitglieder weniger als im Vorjahr - 10.532 Turner sind gemeldet.

Dagegen sind die Zahlen im Hessischen Turnverband (HTV) gestiegen. Die Zahl der Turner nahm um 1,6 Prozent auf 592 555 zu, während es im Landessportbund 0,44 Prozent weniger Mitglieder gab.

„Die Tendenz ist bei uns rückläufig, aber nicht besorgniserregend“, sagt Renate Hüther, Zweite Vorsitzende des Turngaus Werra. In den vergangenen acht Jahren sei die Zahl der heimischen Turner um 500 zurückgegangen. Das liege zum einen daran, dass viele junge Leute aus dem Werra-Meißner-Kreis wegziehen. Zum anderen würden weniger Kinder geboren. Auch die Einwohnerzahl im Kreis gehe zurück, daher sei der Mitglieder-Rückgang normal.

In den 83 Vereinen im Turngau Werra zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Die meisten Mitglieder sind Kinder oder Erwachsene ab 40 Jahren. „In der Mitte klafft ein Loch“, sagt Hüther. So haben die Vereine viele kleine Kinder, die erst beim Eltern-Kind- und dann am Kinder-Turnen teilnehmen. „Wir sind die Kinderstube der Jugend. Beim Turnen bekommen sie den Grundaufbau. Die meisten gehen später zu anderen Sportarten“, sagt Hüther. Die Turngruppen seien erst wieder bei Erwachsenen ab 40 Jahren beliebt. „Einige Mitglieder turnen mit weit über 80 Jahren“, sagt sie.

Der Turngau Werra liegt mit dem hessischen Verband auf einer Linie. Die stärksten wachsenden Altersgruppen im HTV sind die unter Sechsjährigen und über 60-Jährigen. Besonderen Zuwachs erhalten die Senioren „Die Entwicklung verdeutlicht, dass unsere Turnvereine und Turnabteilungen ihre Angebotspalette erweitert und sich auf die wachsende Altersgruppen eingestellt haben“, sagt HTV-Präsidentin Rosel Schleicher.

Von Manuel Kopp

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