Heute erscheint Ralph Nowags Eschwege-Krimi Und sollt ich einst gestorben sein

Mörderjagd zum Jo-Fest

Jahrzehntelang war er bekannt als Musiker, nun hat Ralph Nowag das Mikrofon mit der Schreibfeder eingetauscht. Herausgekommen ist mit seinem Debüt-Krimi Und sollt ich einst gestorben sein ein spannender Roman voller Humor und Einfallsreichtum. Foto: privat

ESCHWEGE. Jahrelang war er die Kultfigur in der Eschweger Musikszene. Nun meldet sich Ralph Nowag - einst Sänger der Eschweger Bands Die Reifen Herren und Rotte Korah zurück. Diesmal aber nicht als der Vollblutmusiker, der er nun mal ist, sondern als Buch-Autor. Mit Und sollt ich einst gestorben sein präsentiert Nowag sein Krimi-Debüt, das ab heute im Buchhandel erhältlich ist.

Dabei gelingt Nowag in seinem Roman, dessen Titel jedem waschechten Eschweger die Ohren klingeln lässt, ist er doch dem Lied der Eschweger, dem Dietemannslied, entnommen, der Spagat zwischen spannend erzähltem Krimi und mitunter brüllend komischer Situationskomik. Dies liegt nicht zuletzt an der Wahl seiner beiden Protagonisten. Denn mit dem aus Hamburg stammenden Neu-Eschweger Jens Klose und dem Eschweger Urgestein Harry Schade versucht ein Kommissaren-Duo, wie es unterschiedlicher nicht sein könnte, einen raffinierten Mord aufzuklären.

Nowags Geschichte beginnt mit dem Auffinden einer Leiche am Fuße des Leuchtbergs - ausgerechnet am Tag vor Beginn des Johannisfestes. Das Opfer war unter anderem für die Stellplatzvergabe auf dem Werdchen während des Volksfestes zuständig. Ein Zufall, oder gibt es hier einen Zusammenhang? Klose und Schade tauchen immer tiefer ein in die undurchschaubare Welt der Schausteller - und stoßen zwischen Autoscooter und Riesenrad schon bald auf eine erste heiße Spur.

„Die Idee zu einem Johannisfest-Krimi stammt von meinem Musikerfreund Thomas Große. Aber er hat mir erlaubt, sich diesem anzunehmen.“

Ralph Nowag

Und nicht nur der vertrackte Fall gibt dem Nordlicht Klose so manches Rätsel auf. Auch die Gepflogenheiten seiner neuen Heimat zwischen Werra und Meißner machen dem Kommissar zu schaffen. An Komik kaum zu überbieten beispielsweise sein Versuch, am Johannisfest-Freitag in der Eschweger Innenstadt ein Fischbrötchen zu ergattern. Von trinkfesten Nordhessen und Bratwurstgeruch in die Zange genommen, strandet Klose letztendlich vor dem Eschweger Rathaus, wo er Bekanntschaft sowohl mit einem komisch gekleideten Männlein in Strumpfhosen, das sich als Dietemann bezeichnet, als auch einer Delegation feierwütiger Matrosen macht.
Lokalkolorit, eine fesselnde Geschichte und viel Humor -dies ist die Grundlage für den Erfolg vieler Regionalkrimis. Doch dieses so einfach erscheinende Konzept in die Tat umzusetzen, ist alles andere als einfach. Das weiß auch Verleger Matthias Schäfer. „Ich bekomme monatlich an die 20 Manuskripte zugesandt, aber fast nie ist eines dabei, das die Qualität hat, veröffentlicht zu werden.“ Bei Nowag sei dies ganz anders gewesen. „Da wusste ich schon nach wenigen Seiten, dass das Buch ein Erfolg werden würde.“ Und wie es aussieht, liegt er damit richtig. Die Lesung am morgigen Freitag im Eschweger E-Werk, wo Nowag um 20 Uhr seinen Roman vorstellt, ist fast komplett ausverkauft, es gibt nur noch wenige Restkarten. Und dem Eschweger Buchhandel liegen bereits etliche Vorbestellungen des Nowag-Debüts vor. (WR)

• Ralph Nowag: Und sollt ich einst gestorben sein. 608 Seiten, 12,90 Euro. Erschienen im Matthias-Schäfer-Verlag, ISBN 978-3939482-08-6.

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