Leichtathletik-Weltmeisterschaft

WM in Moskau: Eschweger dicht dran an den Siegern 

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Diskus-Weltmeister Robert Harting auf der Ehrenrunde ganz nah.

Moskau. Schon als wir 2009 bei der Leichtathletik-Weltmeisterschaft in Berlin Usain Bolds Weltrekordlauf und Robert Hartings Diskussieg miterlebten, setzte sich die Idee fest: Wir fahren 2013 auch zur WM nach Moskau. Wir haben es nicht bereut, es war ein tolles Erlebnis - und wir sahen Bold und Harting auch diesmal wieder siegen und durften den vier deutschen Titelgewinnern sogar persönlich zum WM-Titel gratulieren.

Moskau ist eine Weltstadt. Doch ganz anders, als sich mancher die Metropole an der Wolga vorstellt. Rund 500 deutsche Touristen legten alle Vorurteile ad acta. Die Stadt kann ohne Zweifel mit Berlin, Paris oder Rom mithalten. Wolkenkratzer, emsige Geschäftigkeit, ein nie abreißender Verkehrsstrom.

Das Luschniki-Stadion liegt in einem großen Park, in 30 Minuten per Metro zu erreichen. Wenn die deutschen Medien von nur geringem Publikumsinteresse und fehlender Stimmung berichteten, muss man widersprechen. Zwar waren die Vormittags-Veranstaltungen mit den Qualifikationen nur schwach besucht, als es aber abends um Titel und Medaillen ging, jubelten zwischen 60 000 und 70 000 Besucher den Athleten zu und machte die La-Ola-Welle ihre Runden. An allen Tagen.

Auch Kontakte zu den Sportlern waren möglich, wenn sie nach den Wettkämpfen und Ehrungen an den Rängen vorbei marschierten, Hände schüttelten und Autogramme gaben. Das nutzten wir. Die Stabhochspringer Raphael Holzdeppe und Björn Otto, vor unseren Augen Gold- und Bronze-Gewinner: „Wir haben uns sehr über Eure Unterstützung gefreut.“

Stille im Luschniki-Stadion, wenn der wegen Rückenschmerzen getapte Robert Harting antrat. Als der Diskus auf 69,11 Meter flog, riesiger Jubel - der Weltmeistertitel. Die Fotografen bekamen ihren Schuss mit dem das Trikot zerreißenden Harting, der aber auch lächelnd den Händedruck des Eschweger Fans entgegennahm: „Danke, danke! Eine Stunde vor dem Wettkampf wusste ich wegen der Schmerzen nicht, ob ich überhaupt antreten kann. So schwer wie diesmal war es noch nie, als Sieger vom Rasen zu gehen!“.

Kugelstoßer David Storl steigerte sich unter dem Jubel der deutschen Fans in einem spannenden Duell mit den Amerikanern Whiting und Armstrong auf 21,73 Meter. „Ich freue mich sehr über den Erfolg! Ich danke Dir!“, seine bescheidene Reaktion auf die Glückwünsche. Ihr haben wir das Gold besonders gegönnt: Christina Obergföll holte sich mit dem zweiten Wurf über 69,05 Meter das Gold, das sie in anderen Wettbewerben (EM, Olympia) immer verpasste. „Ja, das ist die Krönung meiner Laufbahn!“ ihre Antwort auf den Glückwunsch. Aufhören will sie noch nicht. Aber ihren Trainer Boris Henry demnächst heiraten, das will sie.

Von Margot und Siegfried Furchert

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