Geschichte auf dem Mountainbike

40 Mountainbiker erkunden ehemalige  Grenze auf zwei Rädern

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Herrlich: die Natur, die die Sportbegeisterten ganz ungefiltert erleben – Geschichtserleben inklusive.

Rund 40 Mountainbiker haben sich zum Tag der Deutschen Einheit aufgemacht, um die ehemalige innerdeutsche Grenze auf zwei Rädern zu erkunden. Eine Tour voller Historie.

Trotz gelegentlicher Regenschauern und nur neun Grad Celsius fanden rund 40 Radsportbegeisterte am Donnerstagmorgen, dem Tag der Deutschen Einheit, den Weg an den Eschweger Stadtbahnhof. Der Grund war die von Steffen Schmidt organisierte sechsstündige Tour „Mountainbiker kennen keine Grenzen“ entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze, die im November 1989 geöffnet wurde.

Rücksichtsvolles Fahren war selbstverständlich.

„Es gibt heute nichts Schöneres, als gemeinsam ein Stück Geschichte zu erleben“, so der Elektrotechnikermeister aus Bad Sooden-Allendorf, der sich bei seiner kurzen Begrüßung vor dem Start der Radtour über viele Teilnehmer freute, die aus Thüringen und Niedersachsen angereist waren.

Auch Dieter Sondergeld nahm das Angebot dankend an. Der 49-jährige Eschweger schwärmte vor dem Start von der Idee und versprach den von weither angereisten Fahrern nicht zu viel: „Es wird eine super Veranstaltung. Landschaftlich ist die Tour wunderschön.“

Mountainbiker erleben Geschichte auf dem Rad

Der ehemalige ETSV-Handballer Fred Hartje (Eschwege, 59) zögerte auch nicht lange, schwang sich auf sein Rand und war am deutschen Nationalfeiertag vor allem aus historischen Beweggründen mit von der Partie: „Ich will gerade heute am Geländestreifen Grünes Band entlangradeln, um so die Geschichte mit dem Rad zu erleben.“

Beste Laune: Damit geht es auf die anspruchsvolle Strecke.

Mike Dehnhardt (37) aus Aue sprach von einer „schönen und abwechslungsreichen Tour“, während Oliver Dreiling (31) extra aus der Schweiz angereist war, um dabei zu sein. „Ich trainiere für eine ganz besondere Tour“, erzählte Dreiling, „im nächsten Jahr will ich an zwei Tagen von Basel in meine Heimatstadt Heiligenstadt fahren“, ließ er wissen. 

Rund 40 Kilometer und 900 Höhenmeter waren für den Mitarbeiter eines Sportartikelherstellers ein gutes Tagestraining. Vom Bahnhof aus ging es über Grebendorf in Richtung Antennenstation.

Mountainbiker erkunden ehemalige  Grenze

Dort fand eine kleine Rast statt, bei der die Radfahrer kurz durchschnaufen und sich unterhalten konnten, ehe die zahlreichen Fahrer in Richtung Bad Sooden-Allendorf aufbrachen. Im Anschluss wurde entweder bequem mit dem Zug oder auch über den Radweg zurück zum Ausgangspunkt nach Eschwege gefahren.

Herrlich: die Natur, die die Sportbegeisterten ganz ungefiltert erleben – Geschichtserleben inklusive.

Schmidt hatte zuvor ganz bewusst keine exakte Navigation der Fahrradroute dieses Tages herausgeben. „Wir wollten nicht, dass die Fahrer ständig auf ihre Smartphones blicken“, so Schmidt, „der Plan ging voll auf. Alle sind rücksichtsvoll gefahren und auch deswegen ist die Tour für alle ein Erlebnis geworden.“ 

Im nächsten Jahr ist wiederum am 3. Oktober, dem Tag der Deutschen Einheit, eine Neuauflage der Tour geplant. Auch dann werden wieder zahlreiche Radfahrer die ehemalige innerdeutsche Grenze abfahren.

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