Werra-Meißner-Kreis: Ärger über zunehmenden Müll in Wald und Flur

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Parkplatz an der B 80, zwischen Münden und Laubach

Werra-Meißner – Die Menge von illegal entsorgtem Müll in Wald und Flur nimmt im Werra-Meißner-Kreis offenbar zu, wie Spaziergänger, Forstämter und Bürgermeister berichten.

Vor allem in Sontra, Waldkappel, Wehretal, Witzenhausen und Wanfried scheint sich das Problem zu verstärken. Acht weitere Kommunen sprechen in einer stichprobenartigen Umfrage von einem „Dauerthema“ und gleichbleibend hohem Müllaufkommen.

„Das wilde Entsorgen findet eher bei Abfällen statt, die nicht als gefährlich eingeschätzt werden“, sagt Landkreissprecher Jörg Klinge. „Nachvollziehbar ist das nicht, da die Selbstanliefer-Gebühren auf der Deponie in Weidenhausen zum 1. Januar 2018 deutlich gesenkt wurden. Sondermüll und Elektroaltgeräte werden sogar kostenfrei angenommen.“ Dennoch scheint es für viele einfacher zu sein, die Reste ihrer Renovierungsarbeiten im Wald, an Parkplätzen, einsamen Straßen, Gräben und Böschungen abzuladen. Während man in den Orten eher Säcke mit Haus- und Biomüll findet, sind es außerhalb größere Dinge wie Kühlschränke, Einkaufswagen, Bauschutt, Reifen, Gartenabfälle.

Wegräumen müssen es dann die Grundstückseigentümer wie Hessen-Forst. Das Forstamt Wehretal etwa hat 2018 insgesamt 40 000 Euro für die Entsorgung von Bauschutt aufbringen müssen, sagt Leiter Dr. Thomas Rysavy. Auch das Forstamt Hessisch Lichtenau verzeichnet mehr Fälle, berichtet Leiter Matthias Dumm. Die Krönung sei neben vielen Müllsäcken ein abgemeldetes Auto gewesen. Bei den Kommunen fallen jährlich Kosten zwischen 1000 Euro (Wanfried) und 8000 Euro (Witzenhausen) für die Entsorgung des illegalen Mülls an – hinzu kommt, dass die Mitarbeiter der Bauhöfe für das Aufsammeln gebunden werden.

Illegale Müllablagerung sei eine Umweltstraftat, betont Rysavy und kündigt an: „Wir werden von Tätern Schadensersatz verlangen.“ Dazu muss man die Täter allerdings erst mal finden – aber das gelingt so gut wie nie, bestätigt Polizeisprecher Jörg Künstler. 

Hintergrund

Türen, Fenster und Sanitäreinrichtungen sowie Reste von Renovierungen kann man als Baumischabfälle bei der Deponie in Weidenhausen für 14,50 Euro je 100 Kilo abgeben. Als Sperrmüll gelten Dinge, die man beim Umzug mitnehmen würde; ihre Entsorgung kostet 12,50/100 Kilo, Verschenkbörsen und Gebrauchtwarenzentren nehmen gut erhaltene Möbel und kleinen Elektroschrott; Schadstoffmobil und Deponie jährlich 50 bis 70 Tonnen Farben, Lacke und Lösungsmittel kostenfrei an.

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