58-jähriger Bad Sooden-Allendorfer hatte 73-Jährigen angefahren

Nachbar getötet: Mann erhält Bewährungsstrafe

Eschwege/Bad Sooden-Allendorf. Zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs ist ein 58-jähriger Mann aus Bad Sooden-Allendorf am Dienstag vor dem Amtsgericht in Eschwege verurteilt worden. Die vorsitzende Richterin Schmidt verhängte zudem ein zwölfmonatiges Fahrverbot.

Dem Mann wurde vorgeworfen, im Oktober 2012 im Alkoholrausch mit dem Auto seinen Nachbarn auf dessen Grundstück erfasst zu haben. Beim Sturz zog der 73-Jährige sich ein schweres Schädel-Hirn-Trauma zu, an dem er trotz Notoperation am folgenden Tag verstarb. Der Angeklagte zeigte sich vor Gericht geständig und entschuldigte sich mehrfach für sein Verhalten. Auf ein Schlusswort verzichtete er aber.

Über den Ablauf der Ereignisse waren sich Anklage und Verteidigung einig. Aus Freude über gerade beendete Baumaßnahmen an seinem Haus hatte der Angeklagte mindestens zwei Liter Bier und eine große Menge Korn getrunken. Als er sich ans Steuer seines Autos, das er vom Nachbargrundstück in seine Einfahrt umparken wollte, setzte, hatte er nach Angaben eines Sachverständigen zwischen 2,4 und 2,7 Promille Alkohol im Blut. Beim Zurücksetzen verwechselte er denn Gas und Bremse und fuhr rückwärts in einem Bogen auf das Nachbargrundstück, wo sich das Opfer gerade aufhielt. Dieses wurde durch einen seitlichen Zusammenstoß zu Fall gebracht und schlug mit dem Kopf auf dem Beton auf.

Da für den Angeklagten eine gute Sozialprognose und verminderte Schuldfähigkeit gelte, sei Bewährung zu gewähren, sagte Richterin Schmidt. „Ich bin mir sicher, dass er keine weitere Straftat begehen wird“, sagte sie.

Mit ihrem Urteil entsprach die Richterin weitestgehend dem Antrag von Staatsanwalt Dr. Weigelt. An die Nebenklägerin, eine Tochter des Opfers, muss der Mann zudem 3000 Euro zahlen. SEITE 2

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