Extremsommer, Stürme und Borkenkäfer als Grund

Nadelholz-Preise im Tiefflug - Forstämter und Händler werben für Fichtenholz

Weil viel Holz entnommen werden muss, sieht der heimische Welt vielerorts derzeit so aus wie hier im Schlierbachswald bei Weißenborn. 
+
Weil viel Holz entnommen werden muss, sieht der heimische Welt vielerorts derzeit so aus wie hier im Schlierbachswald bei Weißenborn. 

Nach extrem trockenen Sommern, schweren Stürmen und dem Käferbefall, der vor allem die Fichten trifft, entwickeln sich die Holzpreise je nach Art in gegensätzliche Richtungen.

Während die Preise für das als Brennholz in Nordhessen besonders beliebte Laubholz wie Buche und Eiche konstant bleiben beziehungsweise sogar etwas anziehen, stürzen sie für Fichtenholz weiter ins Bodenlose.

Und für das sogenannte Käferholz gibt es kaum noch Absatz, obwohl davon ein Vielfaches als üblich eingeschlagen werden muss. „Der europäische Holzmarkt ist völlig übersättigt“, sagt Dr. Thomas Rysavy, Leiter des Forstamtes Wehretal.

Hauptabnehmer für Fichtenholz war früher die Bauindustrie 

Hauptabnehmer für Fichtenholz war früher vor allem die Bauindustrie. Als Brennholz zum Heizen gilt die Fichte bei den nordhessischen Verbrauchern als unattraktiv. „Das setzen wir nur in kleinsten Mengen ab“, so Dr. Rysavy.

Das bestätigt auch Katrin Teuwsen, die Bereichsleiterin für Produktion und stellvertretende Chefin des Forstamtes Hessisch Lichtenau. „Wir arbeiten viel mehr Holz auf, als wir brauchen“, berichtet sie. Denn das Käferholz muss raus dem Wald, „um es für den Borkenkäfer unbrauchbar zu machen“, so Katrin Teuwsen. „Das sind Unmengen und ein Vielfaches von dem, was wir sonst haben.“

Export nach China bricht wegen der Corona-Krise ein

Während im vorigen Jahr noch große Mengen Fichtenholz nach China exportiert werden konnten, ist diese Schiene wegen der Corona-Krise inzwischen auch völlig zum Erliegen gekommen. Deshalb werben die Forstämter nun bei den Brennholz-Abnehmern für die Fichte und haben die Preise dafür stark reduziert. 

„Wir haben ein Interesse daran, dass das Holz noch sinnvoll verwertet wird, anstatt es vergammeln lassen zu müssen“, sagt Katrin Teuwsen. „Man kann das Holz gut mischen“, weiß sie.

Dass im Gegenzug Laubholz teurer wird, liegt daran, dass die Einschlagmengen hier zugunsten des Nadelholzes reduziert wurden. Doch auch die Buche beginnt zu leiden, in Südhessen, so Katrin Teuwsen, schon deutlich stärker als bisher im Norden des Bundeslandes.

Brennwert von Fichte ein Drittel schlechter

Fichtenholz kostet derzeit nur die Hälfte von Laubholz. Nach Angaben des Eschweger Brennholzhändlers Eckerhard Heller vom Brennholzdepot liege der Schüttmeter Nadelholz aktuell bei 30 Euro, der für Buche bei 60 Euro. 

Heller erklärt, dass der Preis für das Nadelholz um 50 Prozent niedriger liegt, hingegen der Heizwert lediglich um 30 Prozent geringer ist als bei Laubholz wie Buche oder Eiche. Auch er empfiehlt eine Mischung beim Heizen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare