Eschweger Standesamt veröffentlicht Statistiken

Marie und Ben waren 2012 die beliebtesten Babynamen im Kreis

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Die beliebtesten Vornamen lauteten im letzten Jahr bundesweit Ben und Mia. Auch bei uns haben kurze Namen mit höchstens sechs Buchstaben Konjunktur, eine Ausnahme macht dabei nur Maximilian, der es bei den Jungennamen auf den dritten Platz schafft.

Eschwege. Es gibt kaum einschneidende Ereignisse im Leben, die in Deutschland nicht das Standesamt erfasst. Egal ob Geburt oder Tod, Eheschließung, Lebenspartnerschaft oder Einbürgerung, das Standesamt ist seit 1876 in Deutschland zuständig für die Führung der Daten nach dem Personenstandsgesetz.

Bei ihrer Arbeit begegnet den Beamten in einem Jahr auch allerhand Kurioses, Grund genug also, einmal im Eschweger Standesamt nachzufragen.

Mit 66 wurden beispielsweise sieben Ehen weniger im Vergleich zum Vorjahr geschlossen. „Das liegt zum großen Teil an der Marktplatz-Baustelle“, sagt Volker Ullrich, der Leiter des Standesamtes. Die beliebtesten Namen, über die in Deutschland keine amtliche Statistik geführt wird, lauteten 2012 in Eschwege Marie und Ben.

Ben liegt auch deutschlandweit vorn. Mia, der Spitzenreiter bei den Mädchen, hat es bei uns aber nur auf den zweiten Platz hinter Marie geschafft, sich im Vergleich zum Vorjahr jedoch um einen Platz verbessert. „Kurios ist Folgendes“, sagt Ullrich und zeigt in der Statistik auf die hinteren Ränge. Dort steht auf den Plätzen 51 bis 54 viermal „Amy“ in verschiedenen Variationen. Möglicherweise eine späte Hommage an die 2011 verstorbene Sängerin Winehouse. Im Jahr zuvor war Amy nämlich nur einmal gewählt worden.

Einen Namen, der das Kindeswohl gefährdet und daher vom Gericht genehmigt werden muss, habe es 2012 nicht gegeben, sagt Ullrich. Die Standesbeamten müssten sich aber häufig bei der Gesellschaft für Deutsche Sprache oder Behörden und Botschaften erkundigen, ob vor allem fremde Namen in ihren Ursprungsländern üblich, oder nur ein Phantasieprodukt der Eltern sind.

Bei Hochzeiten beobachtet Ullrich den Trend, dass ein Drittel der Paare allein kommen und noch am gleichen Tag zwei Stunden später heiraten. Für viele sei das ihr ganz persönliches Ja-Wort, gefeiert werde dann zur kirchlichen Trauung.

Besonders kurios: Ein Paar heiratete 2012 erneut, nachdem es sich 1991 hatte scheiden lassen und vorher fast 22 Jahre verheiratet gewesen war.

Von Wolfram Skupio

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