Nasser Sommer bremst die Mähdrescher im Werra-Meißner-Kreis aus

Werra-Meißner. Obwohl Getreide und Raps reif sind, musste die Ernte in den vergangenen Tagen immer wieder unterbrochen werden: „Die Niederschläge, die im April und Mai nötig gewesen wären, kommen jetzt zur Unzeit“, sagt der Präsident des hessischen Bauernverbandes, Karsten Schmal.

Der Präsident war beim Erntegespräch auf Hof Mischels der Familie Ritter bei Bebra-Breitenbach (Landkreis Hersfeld-Rotenburg). Um die Getreideernte vollständig einzubringen, würden mindestens acht regenfreie Tage benötigt, ergänzte der Geschäftsführer des Kreisbauernverbandes Werra-Meißner, Uwe Roth. Weizen und Raps seien überreif, die Nässe fördere den Pilzbefall, verdeutlichte Roth. Stellenweise müssten Mähdrescher mit speziellem Kettenfahrwerk eingesetzt werden, um die Flächen überhaupt befahren zu können. Zudem steige die Gefahr, dass das Getreide auswächst – also am Halm zu keimen beginnt.

Etwa 40 Prozent des Winterweizens – sowohl hessenweit mit rund 164 000 Hektar als auch im Kreis mit rund 7 800 Hektar Anbaufläche die wichtigste Getreideart – sind abgeerntet. Durch die Hitzewelle Ende Juni seien die Bestände teilweise notreif geworden. Der Ertrag schwanke abhängig von Boden und Niederschlägen stark zwischen sieben und 8,5 Tonnen pro Hektar. Der Winteraps, mit landesweit 61 000 Hektar Anbaufläche ebenfalls von großer Bedeutung als Ölfrucht – habe bereits zur Aussaat im vergangenen Herbst unter der Trockenheit gelitten. Im Frühjahr seien dann Frost, Kälte und Trockenheit zusammengekommen. Auch beim Raps schwanke der Ertrag stark zwischen 2,5 und fünf Tonnen pro Hektar.

Weitgehend abgeerntet ist die Wintergerste, deren Ertrag mit sechs bis acht Tonnen pro Hektar auf oder über dem Vorjahresniveau liegt. Von den Niederschlägen der vergangenen Tage profitiert haben Kartoffeln und Silomais, der als Futter angebaut wird.

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