Naturschützer beobachtet: Kormoran brütet erstmals im Werra-Meißner-Kreis

Wolfram Brauneis Ornithologe

Der Kormoran hat erstmals im Werra-Meißner-Kreis gebrütet. Diese Beobachtung hat Naturschützer Wolfram Brauneis nun gemacht.

„Im Naturschutzgebiet Albunger Aue hat der die Geselligkeit schätzende Vogel eine Kleinkolonie gegründet, auf Bäumen sieben Horste gebaut und gebrütet“, teilt Wolfram Brauneis mit.

Niedriger Bruterfolg

Der Bruterfolg sei mit ungefähr zehn bis zwölf Jungvögeln zwar eher niedrig gewesen – „allerdings ist zu bemerken, dass der Bereich nur bedingt einzusehen ist und dadurch eine weitere angenehme Dunkelziffer angenommen werden kann“, so Wolfram Brauneis. Das Naturschutzgebiet garantiere den schwarzen Gesellen die für das Brutgeschäft nötige Ruhe, da dort andere Nutzungen, wie zum Beispiel der Badebetrieb oder der Angelsport nicht zugelassen sind.

Seit Mitte der 1970-Jahre ist der Kormoran im Werra-Meißner-Kreis zu beobachten – auf fast allen größeren Gewässern und insbesondere auf den weißfischreichen, Kiesteichen. Und da der Kormoran keine festen Zugzeiten kennt und die Werra auch bei Frost eisfrei ist, kann der ausschließlich Fisch fressende Kormoran als Jahresvogel bezeichnet werden.

Der Kormoran, mit dem lateinischen Namen Phalacrocorax carbo (übersetzt etwa „Meerrabe“ und „Kohle“ – schwarz ) ist ein eher schwerfälliger Flieger, aber ein umso besserer Unterwasserjäger. Dabei helfen ihm seine mit Schwimmhäuten versehenen Füße, und der hakenförmige Schnabel lässt keinen Fang mehr los. 

Hat er Fische im Schlund, taucht er auf, nutzt einige für die eigene Ernährung, hebt mit kräftigen Flügelschlägen von der Wasseroberfläche ab und fliegt zum Horst. Dort pickt der Nachwuchs ungeduldig am Schnabel des Altvogels, bis dieser die Beute hochwürgt. Noch im Rachen steckend, nehmen die hungrigen Jungen die schon etwas vorverdauten Fische auf.

Typische Haltung

Wie die anderen Wasservögel, die ihr Gefieder mit Hilfe der Bürzeldrüse einfetten, ist dies dem Kormoran nicht gegeben. Dies erleichtert den Tauchvorgang wesentlich, bedingt allerdings, dass sich der Kormoran an exponierter Stelle am Ufer, in Flachstellen im Wasser oder auf einem Baumast mit weit gespreizten Flügeln aufstellen muss, um das Gefieder zu trocknen. 

Das ist notwendig, damit der wärmende Effekt der Federn wieder hergestellt beziehungsweise erhalten bleibt. Eine solche typische Haltung zeigt dem interessierten Beobachter schon von weitem die Anwesenheit dieser Vogelart an.  

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