Besuch bei Werraland Werkstätten

NDR dreht Fernsehbeitrag mit Finn Lemke von der MT Melsungen in Eschwege

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Begegnung auf Augenhöhe: Finn Lemke und Boccia-Spieler Mark-Kevin Krug.

Eschwege. Solch großen Besuch haben die Werraland Werkstätten wohl noch nie begrüßt: Der 2,10-Meter-Riese Finn Lemke, seines Zeichens Handball-Profi beim Bundesligisten MT Melsungen und Nationalspieler, war nun zusammen mit einem Kamerateam des NDR einen Nachmittag lang beim heimischen Sozialunternehmen.

Hintergrund ist, dass im Zuge der Berichterstattung zur am 12. Januar beginnenden Handball-Europameisterschaft in Kroatien Beiträge über die Nationalspieler gezeigt werden sollen, die die Handballer außerhalb der Sporthalle zeigen.

Die Motivation

Spaß gehört zum Sport dazu: Finn Lemke (links) und Werraland-Sportkoordinator Erik Hogreve (rechts) mit dem Unified-Team, bestehend aus Handballerinnen des SV Reichensachsen und Handballern der Werraland Werkstätten. 

Für Finn Lemke, der gerne Soziale Arbeit in Kassel studieren möchte und bereits Praktika in Werkstätten für Menschen mit Beeinträchtigung absolviert hat, lag es nahe, seine zweite große Leidenschaft neben dem Handball, die Arbeit mit Menschen mit Handicap, darzustellen. 

„Mich hat seit meinem ersten Praktikum in diesem Bereich die unglaubliche Wärme der Menschen fasziniert“, sagt Finn Lemke. Zuvor hatte er jeden Beschäftigten in der Handmontage der Werraland Werkstätten persönlich begrüßt, hatte sich die Arbeit zeigen lassen, arbeitete mit. „Herzlichkeit und Ehrlichkeit – diese Tugenden schätze ich besonders an den Menschen mit Handicap“, sagt Lemke.

Die Kooperation

Finn Lemkes Besuch war neben dem Fernsehdreh auch gleichzeitig der Auftakt einer Kooperation zwischen den Werraland Werkstätten beziehungsweise Special Olympics Deutschland und der MT Melsungen. „Wir haben ein Konzept erarbeitet und den Verantwortlichen der MT vorgestellt, das ein enges Miteinander vorsieht“, sagt Werraland-Sportkoordinator Erik Hogreve. Finn Lemke werde dabei die Rolle eines Botschafters für Sportler mit Beeinträchtigung zuteil. Für ihn sei Lemke der perfekte Partner.

Die Förderung

Die Werraland Werkstätten betreiben seit Jahren eine erfolgreiche Sportförderung mit inklusiven Übergängen. Besonders im sogenannten Unified-Sport, bei dem Sportler mit und ohne Handicap zusammen Sport treiben, nimmt das heimische Sozialunternehmen eine führende Rolle ein – und das auf nationaler Ebene. Kooperationen mit der Handballabteilung des SV Reichensachsen und den Beruflichen Schulen Eschwege, Fachbereich Sozialwesen, beweisen eindrucksvoll, wie sich der Unified-Sport etabliert hat.

Das Training

Davon konnte sich auch Finn Lemke überzeugen, der eine Trainingseinheit der SVR- und Werraland-Handballer mit leitete und auch beim gemeinsamen Trainingsspiel mitwirkte. „Heute spielst du aber besser als bei eurer Pleite gegen Göppingen“, rief ihm Werraland-Handballer Michael Küllmer während des Spiels mit einem Lachen im Gesicht zu. Da war sie wieder, diese Ehrlichkeit, die Finn Lemke so fasziniert an der Arbeit mit Menschen mit Beeinträchtigung.

„Wir freuen uns sehr, dass die MT Melsungen in Person von Geschäftsführer Axel Geerken so positiv auf unsere Vorschläge bezüglich einer Kooperation reagiert. Das ist alles andere als selbstverständlich“, sagt Erik Hogreve, selbst ehemaliger Bundesliga-Handballer. Und in Richtung Finn Lemke sagt Hogreve: „Das kann nur gut werden, denn nicht nur wir waren von ihm begeistert, sondern er auch von unseren Sportlern und unseren Zielen.“ (red/esp)

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