Netze in Werra-Meißner halten Stand - Krise ohne Breitband größer

ARCHIV - ILLUSTRATION - Eine Hand hält auf dem Marktplatz von Bretten (Baden-Württemberg) am 13.07.2016 ein Leerrohrbündel mit Glasfaserkabeln eines Breitband-Versorgers. (zu dpa: "Deutschland nicht unter zehn am besten vernetzten Ländern der Welt³ vom 15.11.2017) Foto: Uli Deck/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
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Trotz Höchstumsatz in den Datenleitungen halten die Netze im Werra-Meißner-Kreis der Belastungsprobe bisher Stand. Der Ausbau hat sich gelohnt.  

Werra-Meißner.Deutschland arbeitet von zu Hause. Corona drückt auf die Netze: Vergangene Woche wurde der größte Datendurchsatz von 9,1 Terabit gemessen. Das Breitbandnetz im Werra-Meißner-Kreis hält den aktuell stärkeren Anforderungen von Homeoffice und E-Learning stand. Das sind die Erfahrungen, die Landrat Stefan Reuß und der Geschäftsführer der Wirtschaftsförderungsgesellschaft (WFG), Dr. Lars Kleeberg, in den vergangenen Tagen gesammelt haben. 

Mehr noch: Die flächendeckend verfügbaren zeitgemäßen Breitbandanschlüsse machten diese Anwendungen überhaupt erst möglich. „Die Krise macht deutlich, was wir schon alles digital bewältigen können“, sagt Kleeberg.

Dank Gründung der Breitband Nordhessen

Der Werra-Meißner-Kreis hat seit dem Jahr 2013 zusammen mit vier nordhessischen Partnerlandkreisen den Ausbau eines flächendeckenden Hochgeschwindigkeitsinternets vorangetrieben und hierzu die Breitband Nordhessen GmbH gegründet. Im Werra-Meißner-Kreis wurden 107 Ortsteile mit Übertragungsgeschwindigkeiten von bis zu 50 Megabit pro Sekunde ausgebaut. Die Erfahrungen der jetzt guten Breitbandversorgung sei in den anderen nordhessischen Landkreisen ähnlich. „Nur im Landkreis Kassel gibt es aufgrund einer anderen Marktkonstellation noch einen größeren Nachholbedarf“, sagt Reuß.

In einigen Dörfern fehlen Kabelverzweiger der Telekom

Aber noch nicht alle Orte des Kreises sind an das schnelle Internet angeschlossen. In einigen kleinen Orten im Kreisgebiet gibt es keinen Kabelverzweiger der Deutschen Telekom. Deswegen konnten diese Dörfer nicht mithilfe der DSL-Technik erschlossen werden. „Die Leitungen zwischen den Hausanschlüssen und dem nächsten Kabelverzweiger sind zu lang“, sagt Reuß. Hier soll nachgearbeitet werden. In diesen Orten sollen jetzt Glasfaseranschlüsse bis ins Haus erfolgen. „Langfristig ist ein nordhessisches Gigabitnetz auf Glasfaserbasis geplant“, sagt Reuß.

Nach der Krise wird Digitalisierung erst recht gewollt sein

Für einige Unternehmen im Kreis sei Arbeiten im Homeoffice schon lange nichts Ungwöhnliches. Durch die Corona-Krise seien Betriebe jetzt zwangsläufig herausgefordert, ihre Arbeitsorganisation anzupassen und auch mobiles Arbeiten einzuführen, heißt es vonseiten der WFG. „Ich bin zuversichtlich, dass wir nach der Krise die Digitalisierung erst recht wollen“, sagt Kleeberg. Es stehe ein Kulturwandel bevor. Technische Aspekte müssten mit sozialen verbunden werden. Personalführung werde moderner werden. Kleeberg ist indes zuversichtlich, dass die heimischen Firmen nach der Krise als Beschaffer und Produzenten profitieren werden. 

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