Neue Technik hat Vorteile, kostet aber auch mehr

Neue Digitaltechnik: 2000 Stromzähler im Kreis werden umgerüstet

Werra-Meißner. Digitale Stromzähler für Privathaushalte und Großkunden werden Pflicht. Ein entsprechendes Gesetz ist mittlerweile in Kraft.

Der kommunale Energieversorger EAM, der auch einen Teil des Werra-Meißner-Kreises mit Strom versorgt, steht vor einer riesigen Aufgabe: Innerhalb von drei Jahren muss mindestens jeder zehnte Stromzähler ausgetauscht werden. Auf die Kunden kommen höhere Kosten zu. Laut der EAM wird dabei zwischen zwei Varianten unterschieden: „Moderne Messeinrichtungen“ sind elektronische Stromzähler, die eine genaue Analyse des Stromverbrauchs ermöglichen. Davon sollen im Kreis 2000 in den nächsten Jahren bei Kunden eingebaut werden. „Intelligente Messsysteme“ erweitern die Möglichkeiten durch eine Vernetzung, quasi eine Online-Verbindung.

 Davon sollen zunächst 300 eingebaut werden, oder nur bei Kunden mit großem Stromverbrauch. Bis zum Jahr 2032 will die EAM nahezu alle 750.000 Stromzähler im gesamten Versorgungsgebiet auswechseln. Das bedeutet: Durchschnittliche Verbraucher sind zunächst nur betroffen, wenn sowieso ein Stromzählerwechsel ansteht. Der Umbau ist kostenfrei, aber es werden 20 Euro pro Jahr fällig, für den bisherigen nicht-digitalen Zähler sind es 12,14 Euro. 

Systeme mit Online-Anbindung sind teurer. Die EAM starte mit ihrer Netztochter Energienetz Mitte mit dem Einbau von Messeinrichtungen ohne Online-Anbindung voraussichtlich im Juli, sagt EAM-Sprecherin Sandra Hübner. Die intelligenten Systeme seien noch nicht so weit: Eine Testphase beginnt im Oktober, 2018 sollen die Systeme ausgeliefert werden. Dann werden vor allem Unternehmen betroffen sein. Bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Kassel-Marburg hält man sich mit Bewertungen angesichts mangelnder Infos zurück. Der Dachverband DIHK sieht die Digitaltechnik zwiespältig. Datenschutz sei ein großes Thema.

Von Gudrun Skupio und Göran Gehlen

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