Bilanz nach einem Jahr

Klosterbrauerei: Neue Eigentümer investieren 600.000 Euro in Unternehmen

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Bilanz: Julia und Ulrich Klesper stoßen auf die Erfolge im ersten Jahr nach der Übernahme der Eschweger Klosterbrauerei an. 

Zwei neue Biersorten, Investitionen in Höhe von 600 000 Euro, vier zusätzliche Arbeitsplätze: Das ist die Bilanz der neuen Eigentümer der Eschweger Klosterbrauerei nach einem Jahr.

Das Geschwisterpaar setzt dabei auf Kontinuität. 

„Es ist wichtig, dass das Eschweger Bier aus Eschwege kommt“, sagt Ulrich Klesper. Die Brauerei habe ihre besonderen Rezepturen, daran seien die Kunden gewöhnt und daran solle festgehalten werden.

„Das Eschweger Bier ist charakterstark“, sagt Klesper, „kein Einheitsbier“, wie die bundesweit angebotenen Produkte. Damit das auch so bleibt und um die Verbundenheit mit der Region zu unterstreichen werde daran festgehalten, neben dem Wasser auch die Braugerste nach wie vor von Anbauern aus der Region zu beziehen.

„Das ginge auch eine Ecke günstiger“, sagt Klesper. Die heimische Braugerste sei mit einem erheblichen Kostenaufschlag für die Brauerei verbunden. „Aber wir wollen ein regionales Produkt gewährleisten, Bier braucht Heimat.“ Die Zukunft des Eschweger Bieres sei in der Kreisstadt, das gehe gar nicht anders. „Wir grenzen uns hier ganz klar von den Großbrauereien ab“, so Julia Klesper. Die würden Standorte aufkaufen, Namen und Marken verwenden, die Brauereien aber schließen. Julia Klesper: „Wir wollen diese Konzernstrategie nicht fahren.“

Zu dem Familienunternehmen gehören neben Eschwege vier weitere Standorte: am Stammsitz in Fulda, im bayerischen Motten, in Lauterbach und in Alsfeld. Der jährliche Konzernumsatz liegt bei 30 Millionen Euro, in Eschwege werden sieben Millionen Euro erwirtschaftet. Etwa 200 Beschäftigte sind in dem Familienunternehmen beschäftigt, 40 in Eschwege.

Ständige Investitionen werden als wichtiges Instrument gesehen, wirtschaftlich zu arbeiten. „Es ist wichtig, dass wir unter dem Strich ein Geschäft machen“, sagt Klesper. „Wir müssen die Wirtschaftlichkeit im Auge behalten.“ Das gelinge gut, und deswegen könne auch investiert werden – trotz des ständigen Rückgangs des Bierkonsums in Deutschland von einst 142 Litern pro Person und Jahr auf jetzt 92. „Wir können nicht die Billigsten sein“, so der Inhaber und Geschäftsführer. Die Großbrauereien würden ganz andere Produktionsmengen pro Mitarbeiter erzielen. „Der Markt ist schwierig, aber wir beißen uns durch.“

Klesper beschreibt das Eschweger Bier als ein ökologisches Produkt: Herstellung vor Ort, kurze Wege zum Verbraucher, Verwendung von heimischen Grundstoffen, Abfüllung nahezu ausnahmslos in Pfandglas.

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