Magistrat schafft Wertmarken an und verleiht sie an Festwirt

Neue Getränkechips für das Johannisfest

Eschwege. Es gibt eine neue Johannisfestwährung. Die Kreisstadt Eschwege gibt einen Getränkechip in Auftrag, der von diesem Jahr an Zahlungsmittel im Festzelt sein soll und im Eigentum der Kommune bleiben wird.

Nach Angaben Bürgermeister Alexander Heppes wird der neue Johannisfestchip künftigen Festwirten leihweise nach einem Pfandsystem überlassen. Nach der Veranstaltung müssten die Wertmarken, die in einer Auflage von 60.000 Stück entstehen, zurückgegeben oder mit dem Nennwert ausgeglichen werden.

„Damit behält die Johannisfestwährung dauerhaft ihren Wert“, sagt Heppe. Die Getränkechips aus dem vergangenen Jahr werden 2018 als Zahlungsmittel nicht mehr akzeptiert. 2017 hatte das damalige Wirtekonsortium der Eschweger Firma Grein und des Waldkappeler Unternehmens Hessensound einen eigens für das Johannisfest produzierten Chip als Zahlungsmittel verwendet. Die Übernahme durch die Stadt oder den neuen Festwirt ist nach Angaben Heppes gescheitert. „Wir haben versucht, die Chipübergabe zu moderieren“, sagt Heppe, das sei aber nicht gelungen.

„Wir hatten großes Interesse daran, dass die Chips aus 2017 für zukünftige Veranstaltungen genutzt werden können“, sagt Georg Grein, Geschäftsführer des gleichnamigen Unternehmens und Partner im Wirtekonsortium. Grein weiter: „Einen gemeinsamen Lösungsansatz zwischen dem Konsortium und der Stadt Eschwege gab es bereits; jedoch war hierfür ein Mehrheitsbeschluss innerhalb des Konsortiums erforderlich, der nicht zustande kam.“ Mario Borschel, Geschäftsführer von Hessensound hält dagegen, dass die Getränkemarken nur im Paket mit dem Johannisfest-Onlineauftritt zum Verkauf gestanden hätten, die Stadt auf sein Angebot aber nicht eingegangen sei. „Damit war keine Einigung möglich“, so Borschel.

Hintergrund

Ein Getränkechip habe Gutscheincharakter, behalte somit bis drei Jahre nach dem Kauf Gültigkeit und könne innerhalb dieser Zeit auch eingelöst werden. Diese juristische Einschätzung trifft Mike Laudenbach von der Eschweger Anwaltskanzlei Dreber und Faber. Das finde grundsätzlich auch Anwendung auf die vom Wirtekonsortium beim Johannisfest 2017 herausgegebene und verkaufte Wertmarke, auch wenn es dazu keine einschlägige Rechtsprechung gebe. Der neue Wirt sei nicht Rechtsnachfolger des Konsortiums, somit müssten sich Kunden mit Restbeständen mit ihren Ansprüchen an die Konsortiumsmitglieder Grein und Hessensound wenden. Knapp 10 000 Chips aus 2017 sind in Umlauf. (hs)

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