Richtlinien schränken Veranstalter stark ein

Neue Osterfeuer-Regeln erhitzen die Gemüter

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Witzenhausen / Eschwege. Hessenweit gibt es Ärger um die Osterfeuer, auch im Werra-Meißner-Kreis. Eine Richtlinie des Landes, die auch Empfehlungen für die Vorbereitung und den Ablauf der rund 25 Osterfeuer in der Region gibt, stößt bei vielen Veranstaltern auf Unverständnis. Von "Regelungswut" ist die Rede. Man bekomme "Knüppel zwischen die Beine" geworfen.

Viele Osterfeuer-Veranstalter kritisieren die Vorgabe, dass das Holz erst am Tag des Abbrennens und dann nur maximal zwei Meter hoch aufgeschichtet werden darf. Tiere, die sich verstecken könnten, sollen so geschützt werden.

"Die Auflagen werden immer größer und immer höher", sagt Vorsitzender Lothar Hellwig von der Vereinsgemeinschaft Waldkappel-Bischhausen. Dort wird kein Anlass gesehen, an der Praxis etwas zu ändern. Das ganze Material werde wie in den Vorjahren einen Tag vor dem Aufschichten mit einem Bagger umgelagert.

"Wir fühlen uns total gegängelt", ärgert sich Karl-Heinz Sedlatschek aus Witzenhausen-Roßbach da schon viel mehr. Mit dem "ganzen Theater drumherum" wollten "politische Richtungen nur die letzten Traditionen im Land kaputt machen", sieht der Vorsitzende des Verkehrsund Heimatvereins als Sinn hinter den Richtlinien an.

Zielscheibe der Kritiker ist Hessens neue Umweltministerin Priska Hinz (Grüne). Zwar wurde die "Orientierungshilfe zur Anzeige, Durchführung und Gefahrenabwehr von Brauchtumsfeuern" im Dezember 2012 noch von der alten schwarz-gelben Landesregierung herausgegeben. Doch den geballten Unmut bekommt nun die Umweltpolitikerin der Grünen ab. Der Grund: Sie verteidigt die Orientierungshilfe und weist Kritik zurück. Dies führte dazu, dass in Osthessen mehrere Traditionsfeuer aus Protest abgesagt wurden. Dazu kommt es nach bisherigem Kenntnisstand im Werra-Meißner-Kreis aber nicht.

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Von Stefan Forbert

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