Neue Psychotherapiestation am Klinikum eröffnet

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Start frei für die neue Station: von links Prof. Dr. Ulrich Vetter, Landrat Stefan G. Reuß, die Architekin Daniela Kirschner-König, Chefarzt Martin von Hagen sowie Christoph R. Maier.

Eschwege. Farbenfroh und wohnlich erinnert die am Samstag neueröffnete Psychotherapiestation des Zentrums für Psychiatrie und Psychotherapie des Klinikums Werra-Meißner in keinster Weise mehr an das sterile Krankenhausambiente.

„In Absprache mit der Architektin Daniela Kirschner-König wurden helle, freundliche Farben verwendet, das war mir persönlich sehr wichtig“, erklärt Abteilungsleiterin Sonja Dücker, die vor zwei Jahren die Station übernommen hat. So ist beispielsweise der Fußboden des Entspannungsraums in einem beruhigenden Grün gehalten. Dort können die zur Zeit 17 Patienten, die am Mittwoch die neuen Räume beziehen, auf Matten entspannen oder aber auch am Boxsack ihren Aggressionen freien Lauf lassen. Die zwölf hellen Zwei-Bett-Zimmer sind allesamt mit einem Flachbildfernseher, Internetanschluss und einem Safe im Schrank ausgestattet.

Auch die feststehenden Holzbetten haben nichts mit den metallenen Rollbetten aus dem Krankenhaus gemein. Neben den zwölf Patientenzimmern gibt es eine große Küche, einen Hauswirtschafts- und einen Vorratsraum. „Unsere Patienten haben verlernt selbstständig zu sein, trauen sich meist überhaupt nichts mehr allein zu; aus diesem Grund müssen sie bei uns ihre Betten selbst machen, ihre Wäsche waschen und trocknen“, erläutert Dücker die Bedeutung der Räume für eine erfolgreiche Therapie.

In Gruppen von drei bis fünf Leuten kochen die Patienten gemeinsam mit einem Betreuer, angefangen beim Einkaufen bis hin zum Saubermachen der Küche. Erstmalig im Werra-Meißner-Kreis besteht auf der neuen Station die Möglichkeit den Patienten nach Genehmigung im Therapieraum zu filmen und das Filmmaterial später gemeinsam mit ihm auszuwerten.

„Dadurch hat jeder die Wahl seine Wirkung nach außen und speziell dem Therapeuten gegenüber nochmal zu analysieren“, so die Abteilungsleiterin über den Sinn des Angebots. Von 8 bis 16 Uhr finden fünf Tage die Woche Therapien statt.

Danach steht es den Patienten frei den Garten zu benutzen, Volleyball zu spielen oder einen Ausflug in die Stadt zu machen. „Wir haben keine geschlossene Station, jeder kann nach Abmeldung gehen wohin er will“, betont Sonja Dücker.

Von Gudrun Skupio

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