Verunsicherung wegen Bestellerprinzip für Makler-Courtage

Neue Regel bei Mieten verwirrt Hausverkäufer

Werra-Meißner. Auch fast zwei Jahre nach der Änderung der Vorgabe, wer die Courtage für den Makler zu zahlen hat, herrscht noch Verunsicherung. Das hat zumindest Erkan Kilci, Immobilienmakler in Hessisch Lichtenau, festgestellt. Das Problem: Die neue Regelung gilt nur für Vermietungen. Da heißt es seit Juni 2015: Wer den Wohnungsvermittler in Anspruch nimmt, der bezahlt auch die Dienstleistung – und das ist in der Regel der Vermieter.

Für das Verkaufen von Häusern und Eigentumswohnungen hingegen gilt das sogenannte Bestellerprinzip in Hessen nicht – bislang zumindest. Die Maklercourtage von knapp sechs Prozent vom Kaufpreis (einschließlich Mehrwertsteuer) sind grundsätzlich vom Käufer zu tragen. Schließlich bekomme der Käufer „ja auch die Leistungen von uns“, gibt Elke Krück, im Hessisch Lichtenauer Stadtteil Velmeden ansässige Immobilienmaklerin, zu Bedenken.

Die Mietwilligen seien aber auch nicht bereit, die Courtage zu zahlen, hat sie festgestellt. So habe sich das Geschäft mittlerweile verlagert: „Die gehen jetzt ins Internet“, sagt Krück. Auf ihr Geschäft wirke sich das aber wenig aus. Im übrigen sei das Bestellerprinzip ja hauptsächlich für die Ballungszentren mit der stark angestiegenen Nachfrage nach Wohnraum eingeführt worden.

Doch etliche Eigentümer, die ihr Haus verkaufen wollen, seien zunächst verwirrt, ob nicht sie neuerdings den Makler bezahlen müssen, sagt Kilci. „Das merken wir extrem“, schätzt er, dass viele potenzielle Verkäufer schon vorab verschreckt seien. 20 bis 30 Prozent weniger Verkaufskunden habe er seit Sommer 2015.

So drastisch beurteilt Gert Körner von der Immobilien-Abteilung der VR-Bank Werra-Meißner die Verunsicherung bei den Verkäufern nicht. „Nur manchmal wird Verkaufen und Vermieten verwechselt“, lautet seine Erfahrung. Der Unterschied werde im Beratungsgespräch aber auch gleich klargestellt. (sff) Hintergrund, Zum Tage, Seite 2

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