Ein neuer Mann bekämpft das Müllproblem in der Eschweger Innenstadt

Für mehr Sauberkeit in der Innenstadt: Jörg Dill dreht bereits seit September auf seinem Lastenrad seine Runden in der Innenstadt und in den Parkanlagen. Er säubert dort, wo intensive Handarbeit gefragt ist. Foto: privat

Eschwege. „Wir kommen inzwischen kaum noch nach", stellt Uwe Schäffer, Leiter des Baubetriebshofes der Kreisstadt Eschwege, mit Blick auf den öffentlichen Müll in der Stadt fest.

Obwohl sich vier seiner Mitarbeiter teilweise mehrmals täglich um die Leerung der Abfallbehälter, die Säuberung von Rabatten und die Reinigung der Straßen kümmern, mache die Stadt nicht immer einen gepflegten Eindruck.

Viele Menschen, so Schäffer, verhielten sich gedankenlos. Sie würden Zigarettenkippen, Fast Food-Verpackungen, Kaugummis und Papiertaschentücher zu Boden fallen lassen oder einfach auf Ruhebänken entsorgen. Dabei seien in Eschweges Innenstadt ausreichend Abfallbehälter vorhanden und für jeden, der will, leicht zu erreichen.

Um für mehr Sauberkeit zu sorgen, hat der Baubetriebshof seit September mit Jörg Dill einen „neuen Mann in Orange“ eingesetzt. Dieser dreht per Lastenrad seine Runden in der Innenstadt und in den Park- und Grünanlagen. Er säubert dort, wo intensive Handarbeit gefragt ist: Fugen freikratzen, Kippen aus Ritzen holen, Kaugummis von Bänken kratzen. Eine Sisyphusaufgabe, für die sich Dill aber nicht zu schade ist.

Die Kreisstadt Eschwege lässt sich die Reinigung und damit ein gepflegtes Stadtbild jährlich über 230.000 Euro kosten. „Für die Stadt ist das in weiten Bereichen eine freiwillige Leistung“, darauf weist der Chef des Ordnungsamtes Patrick Reiß hin. Satzungsgemäß zur Reinigung verpflichtet seien auch in der Innenstadt die Anlieger. Die Stadt unterstütze dabei gerne, weil auch sie ein großes Interesse an einem gepflegten Erscheinungsbild habe. Allerdings müsse man leider feststellen, dass nicht alle Anlieger ihrer Verpflichtung nachkommen würden.

Flankiert wird diese neue Reinigungsoffensive auch von Ordnungsmaßnahmen. Die städtischen Ordnungspolizisten werden zukünftig verstärkt Ausschau nach Abfallsündern halten. Dabei werden sie auch das Wegwerfen von Zigarettenkippen oder das Hinterlassen von Hundekot mit Verwarn- oder Bußgeldern ahnden. (red/ts)

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