Zwischen Dorf und Stadt

Neuer Ortsbeirat von Niederhone möchte mehr Bewusstsein für den Ort schaffen

Kleines Kind sitz auf Pflastersteinen
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Am Mehrgenerationenplatz in Niederhone.

Wer in Niederhone zu Besuch war und es wieder verlässt, soll einen positiven Eindruck mitnehmen. Als „schön, sauber, freundlich und liebenswert“ sollen es die Besucher in Erinnerung behalten, wünscht sich Susanne Meerwart, die bei den Kommunalwahlen in diesem Jahr zur Ortsvorsteherin gewählt wurde. Einige im Ort sehen das anscheinend anders.

Niederhone - Denn seit einigen Monaten muss sich der Eschweger Stadtteil mit mutwilliger Zerstörung und Umweltverschmutzung auseinandersetzen. Die Vergehen sind nicht schwerwiegend, der Ortsbeirat sieht aber dennoch Handlungsbedarf: Ein von Jugendlichen beschädigter Supermarkt, ein mit Farbe beschmiertes Auto oder aber auch Fahrräder, die ins Gleisbett des Cantus-Zugs geworfen werden, störten den Ortsbeirat um Susanne Meerwart in den vergangenen Monaten unter anderem. „Umweltverschmutzung und Vandalismusschäden sind unser dringendstes Problem“, sagt Meerwart. Gleich danach soll der sanierte Jugendraum wieder attraktiv für die Jugendlichen werden. Hier hatte es gebrannt. „Gemeinsam mit den Jugendlichen und der Stadt Eschwege wollen wir ihn wieder aufleben lassen.“

Fünf von sieben Mitgliedern sind neu im Ortsbeirat

Ein langfristiger Plan über die Ziele des Ortes wird in den nächsten Wochen und Monaten erarbeitet. Fünf der sieben Mitglieder des Ortsbeirats um Susanne Meerwart, Norbert Wolf, Gabriele Kniese, Elias Kringel, Jakob Mayer, Jens Rohmund und Wolfgang Werner sind neu im Amt. „Wir müssen erst die alten Probleme kennenlernen und lösen“, sagt Meerwart. Die Überprüfung des Hochwasserschutzes von Niederhone und die Zunahme von „Manpower“ seien grundsätzlich langfristige Ziele. Denn leider sei es in Niederhone wie fast überall. Meistens seien es die- selben Leute, die mitanpackten. „Durch den diesjährigen Freiwilligentag möchten wir das ändern“, sagt Meerwart. Der Heimatverein benötige dringend helfende Hände, um die vielfältigen Arbeiten im Dorf zu bewältigen.

Größter Stadtteil Eschweges

Niederhone wurde erstmals im Jahr 860 mit dem Ortsnamen Hônide urkundlich erwähnt. Schon immer war das 1936 zu Eschwege eingemeindete Gebiet sehr gut angeschlossen. B 249 und B 27 führen seit einigen Jahrzehnten unweit am Dorf vorbei. Bereits seit 1875 hatte der Ort entlang der Strecke von Bebra nach Eschwege einen Bahnanschluss. Der Bahnhof Niederhone war Kreuzungspunkt der Kanonenbahn mit der Bebraer Bahn und ab 1984 der Bahnhof der Kreisstadt. Als 2009 der Stadtbahnhof eröffnet wurde, wurde auch ein Haltepunkt in Niederhone errichtet. „Wir haben eine gute Infrastruktur, auch wenn sie durch den Weggang von Hausarzt und Apotheke geschwächt wurde“, sagt Meerwart. Der größte Eschweger Stadtteil sei zwar noch nicht städtisch, aber auch nicht mehr dörflich geprägt. Mit dem Förderprogramm Dorfentwicklung (2013) wurde der Ort verschönert.

1400 Einwohner - Zahl relativ konstant

Knapp 1400 Einwohner leben hier. Tendenz konstant, aber trotz der guten Voraussetzungen auch nicht steigend. Bauplätze sind rar. Nur noch zwei freie gibt es hier nach Angaben der Stadt. Vielleicht nehmen die Einwohner zu, wenn mehr Leute erkannt haben, dass Niederhone „schön, sauber, freundlich und liebenswert“ ist. (Tobias Stück)

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