Epilepsie bis Schlaganfall

Neurologie am Eschweger Krankenhaus besteht seit 25 Jahren

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Hier zählt jede Minute: Auf der Stroke-Unit, der Akutstation bei Schlaganfällen, kümmern sich spezialisierte Teams um die Patienten. Dr. med. Edgar Bollensen ist Chefarzt der Neurologie.

Als neurologische Belegabteilung startete vor 25 Jahren die Neurologie am Eschweger Krankenhaus.

 „Wir haben ganz klein mit nur vier Betten begonnen“, erinnert sich Dr. med. Edgar Bollensen, der seither die Fachabteilung in Eschwege aufbaute und etablierte. Seither ist die Zahl der Patienten von 140 im Jahr auf heute knapp 1600 gewachsen. Erst 2014 wurde die Neurologie von einer Belegabteilung, die Bollensen als niedergelassener Arzt führte, in eine Hauptabteilung des Hauses umgewandelt.

Doch in den vergangenen 25 Jahren hat sich die Neurologie nicht nur strukturell, sondern vor allem in Diagnostik und Therapie enorm weiterentwickelt. „Das entscheidende ist, dass man in gerade der Schlaganfallbehandlung von abwartend zur aktive Behandlung übergegangen ist“, sagt Bollensen. Dazu gehöre vor allem die Auflösung von Blutgerinseln mittels Trombolyse – die Gabe eines Medikaments, das das Blut stark verdünnt; außerdem Personal, das speziell ausgebildet ist. Auch hochauflösende Bildungebungsverfahren wie MRT haben gerade bei Schlaganfälle längst die Computertomografie (CT) abgelöst. Möglichkeiten wie Neurographie (Messung von Nervenfunktionen sowie das EEG zur Messung der Gehirnaktivität kamen hinzu. Ein Quantensprung war 2008 am Klinikum in Eschwege die Schaffung einer Stroke-Unit-Station mit vier Betten, eine Akutstation für Schlaganfälle. Damit haben Patienten ein deutlich geringeres Risiko am Schlaganfall zu sterben, meist sind auch die Folgeschäden geringer.

Als ein Modell, das Ärzte und Patienten gleichermaßen schätzen, ist die Nachbarschaft von stationärer Neurologie am Eschweger Krankenhaus und der neurologischen Praxis, die Bollensen als niedergelassener Arzt ebenfalls dort führt „Es ist sinnvoll, stationäre Patienten nach ihre Entlassung ambulant weiterzubehandeln und umgekehrt“, sagt der Neurologe. Erwachsen ist dieses Modell in Eschwege aus der ursprünglichen Belegarztabteilung.

Die Station verfügt heute über 20 Betten. Gut ein Drittel der Patienten sind Schlaganfallpatienten, ein weiteres Drittel nehmen diverse Alterserscheinungen des Gehirns wie Demenz, Schwindel, Parkinson und Gangstörungen ein. Sowohl bei Parkinson als auch bei der Behandlung von Multipler Sklerose (MS) habe sich in den vergangenen Jahren viel getan, so Bollensen. Gerade bei MS gebe es inzwischen hochwirksame Medikamente, die das Fortschreiten der Erkrankung aufhalten oder sogar stoppen können.

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