Behandlung von Schulterschmerzen kann langwierig sein

Nicht bagatellisieren

Dr. Wagner zeigt, wie man mit Armbewegungen Schulterverletzungen und Schmerzpunkte orten kann. Foto: Mayer

Eschwege. Die menschliche Schulter ist ein kompliziertes Konstrukt und die Ursachen für Schmerzen sind nicht einfach zu finden. Das liegt an der Knochenführung und den vielen Sehnen, Kapseln und Schleimbeuteln, begann Dr. Frank Wagner, Chefarzt von Unfallchirurgie und Orthopädie im Klinikum Werra-Meißner Eschwege seinen Vortrag während der Abendvorlesung für jedermann am Dienstag in der Cafeteria.

Nach manueller Untersuchung kommen üblicherweise Ultraschall, Röntgen und Kernspintomografie zum Einsatz, um die Ursache für Bewegungseinschränkung und Schmerzen ausfindig zu machen. In der Regel sind es unfallbedingte atypische Bewegungen des Schultergelenks und Einwirkungen von außen, die Verrenkung, Gelenkverletzung, Frakturen oder einen Manschettenriss zur Folge haben. Diese Unfälle können von Krankheiten beeinflusst werden als da wären Arthrose, Schleimbeutelentzündung, Verkalkung und Einklemmungen.

Bei den Behandlungsmethoden verwies Dr. Wagner zunächst auf die konservativen Vorgehensweisen. Erfolgversprechend seien hier oftmals schon Physiotherapie, Injektionen, Medikamente und Krankengymnastik in Verbindung mit viel Geduld.

Viel Geduld

Sollte dies nicht zu Linderung oder Heilung führen, eine vollständige Wiederherstellung wie vor dem Unfall ist in der Orthopädie eigentlich nie möglich, kommt ein operativer Eingriff in Betracht bis hin zum kompletten Gelenkaustausch. Schmerzfreie Belastbarkeit und möglichst gute Funktionswiederherstellung sind das Ziel, zu dem frühzeitige Rehamaßnahmen gehören. Überhaupt setze sich der Behandlungserfolg immer aus 50 Prozent Operation und 50 Prozent Nachbehandlung zusammen, resümierte Dr. Wagner.

Den zahlreichen Zuhörern gab er mit auf den Weg, auch leichte Verletzungen der Schulter nicht zu bagatellisieren und sich frühzeitig untersuchen zu lassen.

Von Helmut Mayer

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