Produkte vom Bioland-Hof Nennewitz gibt jetzt aus dem Automaten

Eier und Schinken aus dem Bio-Drive-in

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Biowaren aus dem Automat: Das widerspricht sich nicht, wie Katharina Nennewitz vom Biohof Werragut findet.

Niederdünzebach. Zigarettenautomaten, Kaugummiautomaten, Kaffeeautomaten kennt jeder. Weitestgehend unbekannt ist der Regiomat. Hier kann man Bioland-Lebensmittel ziehen, Eier, Käse, Wurst und Schinken sowie Honig - alles total regional, produziert von Bio-Landwirten aus Aue, Wanfried, Frankershausen und Weißenbach.

Der erste Automat dieser Art steht auf dem Bioland-Hof Werragut in Eschwege-Niederdünzebach bei Landwirtin Katharina Nennewitz und ist sieben Tage die Woche von 7 Uhr bis 22 Uhr geöffnet.

„Das ist ein neuer Vermarktungsweg für, den wir uns entschieden haben, weil für einen richtigen Hofladen unser Angebot zu klein ist“, sagt Katharina Nennewitz. Damit die Kunden nicht rangieren müssen, hat die Bio-Landwirtin eine eigene Rundfahrt angelegt. Zwischen der Straße, von der aus der Biohof schon von weitem sichtbar ist, und dem Wohnhaus. Wie bei einem Drive-in.

Regionale Produkte

„Das ist wirklich Tu’s hier“, sagt sie. Der Honig kommt von der Imkerei am Heldrastein, der Käse wird in der Jausenstation in Großalmerode Weißenbach hergestellt und die Wurst und den Schinken beziehen Nennewitz’ von der Kneipe Öx in Frankershausen. Die Wege für die Bio-Produkte seien kurz.

In erster Linie ging es uns darum, unsere Eier besser zu vermarkten,“ berichtet Katharina Nennewitz. Bekannt ist der Kühlschrank an der Landstraße zwischen Niederdünzebach und Aue, aus dem man sich auf Vertraunsbasis die Eier herausnehmen konnte. Die Weiterführung ist jetzt der Regiomat, in den man erst Geld einwerfen muss, um die Produkte zu bekommen. Sollte das System gut anlaufen, könne man über die Vergrößerung des Automates nachdenken. Das sei aber noch Zukunftsmusik.

Absolute Transparenz

Nicht geschadet hat der Bio-Landwirtin die Diskussion der vergangenen Tage um die Haltung von Hühnern, die Bio-Eier produzieren. „Bei uns kann jeder sehen, wo die Eier herkommen, die er kauft, und jeder kann sehen, wie es den Tieren geht. Das ist Transparenz“, sagt Katharina Nennewitz. Die Landwirtin hält seit knapp einem Jahr ihre 460 Legehennen in zwei Hühnergruppen in mobilen Ställen auf den Weiden rund um ihren Hof. Nennewitz arbeitet mit kleinen Einheiten. „Ich habe mich bewusst gegen Massentierhaltung entschieden, die jetzt in der Diskussion steht. Die Kunden wüssten die Transparenz zu schätzen und unternehmen sogar kleine Spaziergänge zu den Ausläufen der Tiere, wenn sie Eier abholen.

Von Elisabeth Bennighof und Tobias Stück

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