Corona sorgt für Stillstand in  Niederdünzebach 

VON KIM HORNICKEL

Niederdünzebach – Der fünfseitige Veranstaltungskalender, den der Eschweger Stadtteil Niederdünzebach für dieses Jahr herausgegeben hat, war schnell überflüssig als die Kontaktbeschränkungen der Corona-Pandemie griffen. „Seitdem ist es ein schwieriges Jahr“, sagt Ortsvorsteher Rainer Bick. Kulturfeste wie das Osterfeuer, die Maifeier und verschiedene Märkte mussten entfallen. Doch nicht nur kulturell, auch finanziell schlagen Absagen und Einschränkungen zu Buche. „Die Ortsvorsteher der Stadtteile wurden deshalb schon gebeten, alle unnötigen Investitionen auf übernächstes Jahr zu verschieben“, erklärt Bick.

Freizeitanlage bleibt zu

Die knappen Finanzen der Stadt spürt Niederdünzebach auch bei der Freizeitanlage in der Dammstraße. „Wir mussten die Wassertretanlage stillegen, weil wir die Kosten im Moment nicht tragen können“, bedauert der 61-jährige Ortsvorsteher. 1000 Euro Betriebskosten sind pro Saison nötig, um die Anlage zu pflegen.

Doch nicht nur das Wasserbecken ist zurzeit außer Betrieb, mit ihm musste die gesamte Vermietung des Grill- und Freizeitplatzes eingestellt werden. „Weil die Kontaktbeschränkungen auch bei privaten Veranstaltungen von uns überwacht werden müssten, ist das nicht mehr möglich“, erläutert er.. Normalerweise ist die Freizeitanlage bereits im Voraus an jedem Wochenende von Mai bis Oktober vermietet.

Infrastruktur stagniert

In der finanziell angespannten Lage der Kommunen ist der bereits geplante Bau eines gemeinsamen Feuerwehrstützpunktes der Stadtteile Niederdünzebach und Oberdünzebach erst einmal vertagt.

Auch der Planungsverlauf einer Wohnanlage, die auf dem Gelände des Dorfgemeinschaftshauses seit Längerem angedacht ist, bleibt unklar. Ortsvorsteher Rainer Bick zeigt sich unzufrieden mit der Haltung der Stadt zu dem Projekt.

Er sähe die Stadt gerne als Vermieter, die sich jedoch dazu nicht klar positioniere, sondern nur vage Angaben mache, so der Ortsvorsteher. „Einen Investoren haben wir schon an der Hand, der will aber nicht gleichzeitig der Vermieter sein“, erklärt Bick die Lage. Ein verzögernder Faktor bei der Lösungsfindung sei jedoch auch der coronbedingte Ausfall entscheidender Sitzungen, so der Ortsvorsteher.

Kultur in Arbeit

Doch trotz der Einschränkungen versucht Ortsvorsteher Bick den Stadtteil nicht im Leerlauf fahren zu lassen und hat gerade eine gelbe Telefonzelle angeschafft, die den schon bestehenden offenen Bücherschrank der Stadt erweitert. Die Tauschbörse soll neben dem Dorfgemeinschafthaus aufgestellt werden.

Auch die bevorstehende Eröffnung des dem niederländischen Künstler Aart Schonk, gewidmeten Gästehauses samt Ausstellungs-Scheune sieht Bick als Chance: „Ich könnte mir den Speicher auch als Kulturmittelpunkt vorstellen“, überlegt der 2014 gewählte Ortsvorsteher.

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