Vandalismus

Ein Stadtteil will gegen Vandalismus vorgehen - dieses Konzept soll helfen

Eine Wiese zwischen Bäumen, im Hintergrund steht eine Brücke.
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 Hier soll ein Begegnungspark mit Musikinstrumenten und auch altersgerechten Schaukeln entstehen. Doch die Umsetzung scheiterte bisher an strengen Vorgaben, zum Beispiel für ein Wassertretbecken.

Rausgerissene Schilder, ein Mülleimer im Wasser - so wild geht es in Niederhone zu. Doch der Eschweger-Ortsteil wird aktiv.

Niederhone – Kleinvandalismus ist in Eschwege und seinen Stadtteilen kein neues Problem, auch wenn dieser in den letzten Jahren etwas zugenommen habe, wie Bürgermeister Alexander Heppe auf Anfrage der WR mitteilte.

Diese Zunahme beschäftigt allerdings den Stadtteil Niederhone im Besonderen. Ortsvorsteher Wolfgang Werner und einige ehrenamtliche Helfer sind deshalb regelmäßig im Einsatz, um die Ordnung wiederherzustellen.

Vandalismus in Niederhone: Schilder wurden rausgerissen

„Bei den Teichen am Sportlerheim werden die Mülleimer ins Wasser geworfen und wir müssen sie herausfischen“, bedauert Norbert Wolf, stellvertretender Ortsvorsteher.

Die vollgesogenen Behälter seien dann nur mit Mühe wieder herauszuziehen, da das Wasser für ein erhebliches Gewicht sorge, so Wolf. Und die Ehrenamtlichen benennen noch einen Vandalismusfall: „Die Pfähle mit den Konfirmandenjahren, die rund um den Teich stehen, wurden herausgerissen“, schildert Wolfgang Werner die jüngsten Ereignisse.

Der Kleinvandalismus lässt die Helfer resignieren und die Tradition der Jahreszahlen samt Baumpflanzung rund um den Teich kommt dabei ins Wanken. „Weil kein Platz mehr für neue Bäume ist und die Pfosten herausgerissen werden, überlegen wir, das nicht weiterzuführen“, stellt Norbert Wolf fest.

Viele unserer Helfer sind ja schon um die 70 bis 80 Jahre alt.

Wolfgang Werner, Ortsvorsteher Niederhone

Der 66-Jährige ist auch Mitglied im Heimatverein, der die Baumpflanzungen mit den Konfirmanden bisher organisierte. Was möglich ist, reparieren Wolfgang Werner und die freiwilligen Helfer des Stadtteils in ehrenamtlicher Arbeit. „Das muss auch sein, um die Kosten möglichst gering zu halten“, erklärt der Ortsvorsteher.

Allerdings fehle es an Nachwuchs, der körperlich anspruchsvolle Aufgaben mitübernehmen könne, so der Ortsvorsteher. „Viele unserer Helfer sind ja schon um die 70 bis 80 Jahre alt“, erklärt Werner.

Neben finanziell gering wiegenden Kosten nimmt die Zerstörung in Niederhone vereinzelt auch kostspielige Ausmaße an. So durchtrennten Randalierer die Taue eines Spielgeräts auf einem Kinderspielplatz. Dabei entstand ein Schaden in Höhe von 750 Euro, wie die Stadt auf Anfrage mitteilte.

Helfer gegen Zerstörung und Vandalismus

„Es ist aber schwierig eine Grenze zwischen mutwilliger Zerstörung und Vandalismus auf der einen Seite und jugendlichem Übermut auf der anderen Seite zu ziehen“, erklärt der Bürgermeister.

Auch Ortsvorsteher Werner bestätigt, dass nicht jeder Vandalismus zur Anzeige gebracht wird, und berichtet von einem kürzlich geschehenen Beispiel: „In der Corona-Zeit haben Jugendliche Fußball gegen die frisch gestrichene Wand der Sporthalle gespielt, die musste noch einmal gemacht werden.“ 300 Euro kostete der Neuanstrich die Stadt.

Einige Schilder der Konfirmandenjahrgänge wurden demoliert.

Auch der Einbruch in einen Schuppen am Grillplatz Niederhone, Ende August, blieb folgenlos, trotz polizeilicher Ermittlungen. Zwar wurde lediglich ein Spaten entwendet, doch die Schäden an der Tür werden laut Polizei auf 200 Euro geschätzt.

Bedenken angesichts dieser Zerstörungen haben die Verantwortlichen des Stadtteils auch mit Blick auf einen geplanten Begegnungspark. An dem Standort zwischen Sporthalle und Teich soll an der Wehre ein Park für alle Altersklassen entstehen.

Mit Klangspiel und altersgerechten Schaukeln, einer Unterstellhütte und Insektenhotels. „Die Gelder sind seit drei Jahren bewilligt“, berichtet Ortsvorsteher Werner. Mit 67 358 Euro sind bisher laut Magistratsbericht veranschlagt. Allerdings scheitere die Umsetzung bislang an strengen Vorgaben, berichtet der Ortsvorstand. (Von Kim Hornickel)

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