Vier Minuten zum Knutschen

Noch einen Tag: Morgen startet das Johannisfest

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Rundgang über den Rummelplatz: Organisationschef Uwe Gondermann (links) sowie Mike und Sylvia Nier vor der Berg-und-Tal-Bahn Starlight. Das Familienunternehmen kommt seit dreißig Jahren zum Johannisfest nach Eschwege.

Eschwege. Fast achtzig Attraktionen bietet der Rummelplatz in Eschwege. Am morgigen Donnerstag beginnt das Johannisfest. Die Fahrgeschäfte auf dem Werdchen öffnen am Freitag um 15 Uhr.

Schon Großvater Nier gehörte regelmäßig zu den Schaustellern auf dem Johannisfest in Eschwege. Das war zu Zeiten, als die Berg-und-Tal-Bahnen noch herunterklappbare Verdecke hatten und Treffpunkt für die Liebespaare waren. „Heute wird auch ohne Verdeck geknutscht“, berichtet Sylvia Nier.

Die Niers sind in der siebten Generation Schausteller und gehöre in Eschwege zu den Dauergästen beim Johannisfest. Starlight heißt die Berg-und-Tal-Bahn, die eines von vier Rummelplatzgeschäften des Kasseler Familienunternehmens ist. „Das ist etwas für die ganze Familie“, sagt Mike Nier, der mit seinen Leuten am Aufbau der Bahn arbeitet. Freitagnachmittag muss alles fertig sein. Der Rummelplatz wird pünktlich um 15 Uhr zum Familientag öffnen. Dann sitzt Mike Nier am Regiepult des Starlight, wählt Musik passend zur Stimmung aus und beschleunigt das Fahrgeschäft über Hügel und durch Täler auf bis zu 65 Stundenkilometer. In den ersten Runden steuert er die Bahn mit nur verhaltener Geschwindigkeit. Jeder Sicherungsbügel muss fest verschlossen sein – und das muss überprüft werden.

Kinder ab acht Jahre haben alleine Zutritt. Gefahren wird vorwärts und jede dritte Tour rückwärts, allerdings nur nach vorheriger Ansage. „Das mögen nämlich nicht alle Gäste“, erklärt Mike Nier. Drei bis vier Minuten dauert die Fahrt – genügend Zeit, um der Liebsten näher zu kommen; und zum Knutschen natürlich.

„Wir haben mit das Wildeste, das hier geboten wird“, schwärmt Bethel Thelen von seinem Karussell, das den vielsagenden Namen Jekyll & Hyde trägt. In Zusammenhang mit dem 42 Meter hohen Fahrgeschäft von Karussell zu reden, ist eigentlich eine klassische Untertreibung. Mit 130 Stundenkilometern werden die Besucher durch den Himmel über dem Werdchen katapultiert. Beschleunigungskräfte von bis zu 4G treten dabei auf. „Wenn es sein muss in einem Tag“ ist das Fahrgeschäft aufgebaut. „Normalerweise nehmen wir uns zwei Tage Zeit dafür“, sagt Thelen und weist auf die hohen Sicherheitsstandards hin.

Devel Rock gleich hinter dem Eingangsportal an der Mangelgasse verspricht ebenfalls spektakuläre Runden zu fortgeschrittener Zeit. Deutlich romantischer dürfte die gemächliche Runde in einem der Klassiker unter den Karussells sein. „Wenn ich das Kettenkarussell sehe, dann ist für mich Johannisfest“, sagt Bürgermeister Alexander Heppe beim Rundgang über den Rummelplatz mit seinen fast achtzig Attraktionen. Geöffnet ist Freitag bis Sonntag ab 15 Uhr, am Montag ab 12 Uhr.

Alles Wissenswerte zum Johannisfest in Eschwege lesen Sie hier. 

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