Klinikum bereitet sich aber auf schwierige kommende Jahre vor

Noch kein Mangel an Pflegepersonal im Kreis

Werra-Meißner. Während andere Teile von Hessen bereits unter Fachkräftemangel im Bereich der Pflege leiden, teilweise ist sogar schon von Pflegenotstand die Rede, gibt es im Werra-Meißner-Kreis noch genug Personal.

„Alle Stellen, die wir besetzen wollen, sind auch besetzt“, sagt Judith Strecker, Sprecherin des Klinikums. Aber die Bewerberzahlen an der Krankenpflegeschule sinken.

Laut Zahlen der Bundesagentur für Arbeit kamen im Kreis im Oktober drei arbeitslose Fachkräfte für Gesundheits- und Krankenpflege auf neun gemeldete Stellen, arbeitslose Fachkräfte für Altenpflege gab es sieben bei 19 Stellen. In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Beschäftigen stärker gestiegen als die Zahl der Pflegeplätze.

Aber das Klinikum bereitet sich darauf vor, dass sich die Situation verschlechtern wird. „Die nächsten Jahre werden sicher eine Herausforderung darstellen“, sagt Strecker. Weil die geburtenstarken Jahrgänge aus den Pflegeberufen bald in den Ruhestand gehen, immer weniger junge Menschen eine Pflegeausbildung machen und durch den demografischen Wandel gleichzeitig der Bedarf an Pflege steigt, könnte es zu einem Engpass kommen.

Laut Beratern der Arbeitsagentur liegen die Probleme der Pflegeberufe beim Schichtdienst, der körperlich und seelisch anstrengenden Arbeit sowie der Bezahlung. Strecker wünscht sich eine bessere Finanzierung durch Krankenkassen und Gesetzgeber: „So könnten Stellenschlüssel erhöht werden und die Arbeitsbelastung entsprechend reduziert werden.“

Den heutigen Buß- und Bettag nutzen viele, um auf die Situation in den Pflegeberufen aufmerksam zu machen. Der Feiertag wurde im Jahr 1995 abgeschafft, um den Arbeitgeberanteil der neu geschaffenen Pflegeversicherung auszugleichen. Die Linke organisiert in Witzenhausen ab 10 Uhr eine Kundgebung vor dem Krankenhaus. 

Von Anne Palka

Rubriklistenbild: © dpa-avis

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