So weit die Pfoten tragen

Oberdünzebacherin Isabel Maletzke lebt mit 15 Huskys in Schwedisch-Lappland

Durch klare Luft und tief verschneite Landschaften: Isabel Maletzke hat mit ihren Huskies bereits an vielen Schlittenhunderennen in ganz Europa teilgenommen – wie etwa durch das Adlergebirge in Tschechien (Foto). In Schwedisch-Lappland findet sie nun beste Bedingungen für ihre geliebten Hunde vor. Dorthin transportiert wurden die Hunde schonend von der Eschweger Spedition Vogelei. Foto: privat

Oberdünzebach/Lycksele. Isabel Maletzke lebt ihren Traum: Die Oberdünzebacherin ist mit 15 ihrer Huskys nach Schwedisch-Lappland gezogen.

Schwedisch-Lappland ist nichts für Frostbeulen. Minus sieben Grad zeigt das Thermometer derzeit in der Region rund um die Stadt Lycksele – und in den kommenden Tagen werden die Temperaturen weiter fallen. Doch wer die trockene Kälte nicht scheut, erlebt Einmaliges im hohen Norden Europas: Rentierherden in freier Wildbahn, glitzernde Schneeflächen, die Magie der Polarlichter in allen Farben des Regenbogens – und Elche im eigenen Garten.

Isabel Maletzke wagt jetzt das Abenteuer Schwedisch-Lappland: Mit ihren 15 Huskies ist sie von Oberdünzebach in die Nähe von Lycksele gezogen – zunächst bis Ende März des kommenden Jahres; eine Verlängerung des Aufenthalts ist aber unbedingt erwünscht. „Mein Traum ist es, meine Schlittenhundeschule sowie Husky-Erlebnistouren in Nordschweden anzubieten“, sagt Isabel Maletzke. Der Zeitpunkt ist jetzt günstig wie nie – denn in der Vergangenheit standen die Familie und insbesondere die Erziehung der Kinder an erster Stelle. Derzeit prüft sie die Möglichkeiten für ein touristisches Angebot und steckt Rahmenbedingungen ab – bedacht werden müssen unter anderem die Fragen nach Unterkunftsmöglichkeiten und benötigtem Material.

Die Faszination der ehemaligen Bundespolizistin für das noch als Geheimtipp geltende Naturparadies steigt derweil Tag für Tag. „Den Hunden geht es in dieser Umgebung ganz hervorragend“, sagt Isabel Maletzke, die bereits im Jahr 2006 die Ausbildung zur Schlittenhundeführerin (in der Fachsprache Musher, aus dem Französischen „marcher“ für marschieren) ablegte. „Je kälter es wird, desto besser und lieber laufen die Huskies.“ Auf einem Netz von 10 000 Kilometern gespurter Piste können die freiheitsliebenden Hunde ihren Bewegungsdrang ungebremst ausleben.

„Diese Weite Lapplands ist unbeschreiblich schön“, sagt die Oberdünzebacherin – aber auch einsam. Die nächstgelegene Einkaufsmöglichkeit ist 50 Kilometer weit weg – „da überlegt man sich schon zweimal, ob man auch wirklich alles besorgt hat“, sagt Isabel Maletzke mit einem Lächeln. Und noch etwas ist anders als in Deutschland: Ihr Generator steht stets bereit, denn ab und an fällt der Strom aus – und fließendes Wasser gibt es dann auch nicht mehr. „Wenn meine Familie nicht hinter der Idee stehen würde, wäre das alles nicht möglich“ – und so freut sich Isabel Maletzke besonders auf die vier Wochen rund um das Weihnachtsfest, wenn sie Besuch ihrer Liebsten aus Oberdünzebach erhält.
• Weitere Informationen gibt es im Internet unter
www.lappland-huskyranch.de

Stichwort: Schwedisch-Lappland

Lappland in Norrland, Schwedens nördlichste und Europas am dünnsten besiedelte Region, grenzt im Westen an Norwegen und im Norden an Finnland. Die Region ist seit über 10 000 Jahren die Heimat der Samen, der Urbevölkerung Skandinaviens und zugleich der einzig noch verbliebenen Urbevölkerung Europas. Der Winter erstreckt sich in Lappland über mehr als ein halbes Jahr. 

Berühmt ist die Region für das Polarlicht, auch Aurora Borealis genannt, das spektakuläre Lichtspiele in allen Farben des Regenbogens in den nachtblauen Himmel zeichnet. Im tiefsten Winter, zwischen Mitte Januar und Ende Februar, sind bis zu vier Meter Neuschnee möglich; die Temperaturen sinken auf bis zu -40 Grad Celsius. In den Sommermonaten scheint die Mitternachtssonne dagegen ganze zwei Monate rund um die Uhr. 

Besonders wohl fühlen sich in Lappland Rentiere, die in großen Herden unterwegs sind. Aber auch eine Begegnung mit Elchen und Braunbären ist nicht unwahrscheinlich. 

Der Legende nach wohnt der schwedische Weihnachtsmann in Lycksele, einem der ältesten Orte Lapplands. (esp)

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